|
In
der kommenden Saison kehrt Leo
Stynen aus Irland in seine zweite
Heimat, das Saarland, zurück und wird
das Trikot des TV 06 Limbach
überstreifen. Vermutlich wird der TVL im nächsten Jahr jeweils eine
Mannschaft in der
Regionalliga, Oberliga und
Saarlandliga stellen (die 3. Mannschaft steht
aktuell auf
einem Aufstiegsplatz in der
Landesliga). Um die Ziele
Klassenerhalt
(2. und 3. Mannschaft) und
Qualifikation für die eingleisige
Regionalliga
(1. Mannschaft) zu erreichen, ist es
für den TVL ein Glücksfall, einen
echten
Teamplayer wie Leo Stynen zu
gewinnen.
Aufgrund der zunehmenden
Vereinsgröße wird im Vorfeld der
Spartensitzung
der neu gegründete Sportausschuss
(Vorstand + je 1 Vertreter aus dem
Aktiven- und Seniorenbereich) einen
Vorschlag über die Mannschafts-aufstellungen machen.
Leo Stynen war in der letzten
Saison im Saarland bei den TTF Besseringen in
der Regionalliga aktiv. Während
seines Auslandsaufenthalts in Irland
spielte Leo in der höchsten irischen
Spielklasse, wo er zudem mit seiner
Mannschaft die Meisterschaft errang.
Auch persönlich gelangen ihm
herausragende Erfolge: Zuletzt hatte
es Leo bis zur Nummer 3 der
gesamtirischen Rangliste gebracht.
Im folgenden ein
Interview mit Leo Stynen zum
aktuellen Geschehen.
TVL: Bevor wir zur
aktuellen Situation beim TV 06
Limbach kommen, erzähl uns bitte
einmal deine Geschichte von Irland.
Wie war das Studium dort, und was
hast du in sportlicher Hinsicht
erlebt?
Leo: Im
Zuge meines Englischstudiums erhielt
ich die Chance mal ein Semester am
altehrwürdigen Trinitycollege von
Dublin zu studieren. Die Uni ist von
der Tradition und dem Ruf her auf
ähnlicher Ebene wie die Uni in
Oxford oder Cambridge, und das in
einer pulsierenden Millionenstadt
direkt am Meer und an den Bergen. Um
mir das Ganze zu finanzieren, habe
ich auch noch einen Job im Technical
Support von Hewlett Packard in
Dublin angenommen (Irland ist im
Moment schweineteuer.)
Tischtennistechnisch wusste ich
nicht genau, was mich erwartet, ist
Irland doch eher bekannt für seine
gälischen Nationalsportarten wie
Hurling und Gaelic Football sowie
Rugby oder Fußball.
Über Arne Groth, einen alten Freund
aus Dudweiler Zeiten, kam ich dann
bei UCD unter, einem
Universitätsclub, der neben
Unimeisterschaften auch am regulären
Spielbetrieb teilnimmt.
Was ich nicht wusste, war dass die
Jungs letztes Jahr die Liga gewonnen
hatten und nun auch im ETTU-Pokal an
den Start gehen konnten. Genau wie
Marco "Schmiddi" Schmitt mit seinem
Club in Luxemburg fand ich mich auf
einmal im Europacup wieder. Neben
mir Na Ning, Nummer eins in Irland
und der Engländer Dale Barham,
ehemalige Nummer 3 Europas in der
Jugend.
Qualifizieren konnten wir uns leider
nicht für Runde 2, obwohl wir
zumindest gegen das italienische
Team nicht chancenlos waren. Eine
Riesenerfahrung, einmal gegen
Vollprofis aus der Ukraine, Portugal
und Italien spielen zu dürfen.
Ich blicke nun auf ein aufregendes
halbes Jahr zurück mit Turnieren in
ganz Irland unter ganz
unterschiedlichen Bedingungen wie
dem toll organisierten Leinster Open
Grand Prix in Dublin, dem
gemütlichen Turnier in Galway direkt
am Meer, Turnieren im britischen
Nordirland (in der Pampa und in
Belfast) sowie der Titelverteidigung
in der irischen Liga in der
wahrscheinlichen kältesten Halle
Europas. Auch über meinen Aufenthalt
hinaus werden mich freundschaftliche
Bande übers Tischtennis immer wieder
nach Irland zurückführen.
Trainingstechnisch konnte ich mich
glücklich schätzen, sowohl über die
irische Tischtennislegende, den
Ex-Bundesligaspieler und amtierenden
Europameister der über 40jährigen,
Colum Slevin, als auch über meinen
Verein mit Sparringspartner Na Ning
(China) und UCD-Trainer Richard
Butler verschiedene
Tischtennisphilosophien kennen
lernen zu dürfen.
TVL: Hört sich so an,
als hättest du einiges im Ausland
erlebt. Nun zu Limbach:
Da alle Jungs aus der
Limbacher 1. Mannschaft bereits für
die neue Saison zugesagt haben, gibt
es zwei Modelle, die für die nächste
Saison denkbar sind. Entweder wird
die 1. Mannschaft zu siebt an den
Start gehen und durchwechseln, oder
du spielst als Stammspieler im
vorderen Paarkreuz der
Oberliga-Mannschaft und verstärkst
die 1. Mannschaft je nach Gegner und
Form der jeweiligen Spieler in den
wichtigen Spielen. Mit deiner
Aussage "Ich finde beide Varianten
reizvoll und wir entscheiden uns im
April gemeinsam auf die für den
Verein beste Lösung" passt du genau
in das Bild eines echten
Mannschaftssportlers. Was erwartest
du dir von der nächsten Saison
(Mannschaften, Training,
Events,....) und wie wirst du eine
eventuelle Doppelbelastung (1.+ 2.
Mannschaft) in Verbindung mit deinem
Studium meistern?
Leo: Für
die nächste Saison muss die
Priorität natürlich auf dem Gewinn
des diesjährigen Limbacher
Fußballturniers liegen! (schmunzelt)
Im Ernst: Wenn alle an einem Strang
ziehen, bin ich vom Klassenerhalt
aller Mannschaften überzeugt. Ich
freue mich vor allem schon auf die
Spiele vor heimischen Publikum.
Die "Doppelbelastung" sehe ich als
Geschenk. Da ich mein Amt als
Sportreferent an der Uni
niedergelegt habe, um mich mehr auf
mein Examen konzentrieren zu können,
ist das auch zeitlich drin.
Eventmäßig bin ich gespannt auf das
geplante Trainingslager und das
sagenumwobene Rumpelfass. Ich werde
selbst versuchen, das ein oder
andere internationale
Freundschaftsspiel zu organisieren.
TVL: Zum Abschluss ein
Ausblick auf die Zukunft:
Wird Leo Stynen, "der
Weltenbummler", diesmal länger im
Saarland bleiben, oder gibt es schon
neue Projekte, die du nach deinem
Studium angehen willst?
Leo: Ich
werde erst mal in Saarbrücken zu
Ende studieren. Nach dem Examen wird
es dann darauf ankommen, in welchem
Bundesland ich einen
Referendariatsplatz bekomme. Aber
wer weiß, vielleicht bleibe ich dem
Saarland treu und werde Lehrer am
Deutsch-Französischen Gymnasium.
Möglich ist alles. Ich müsste dann
auf lange Sicht nur noch an meinem
Saarländisch arbeiten... "Hauptsach
gudd gess" kann ich schon...
Der TVL kann sich glücklich
schätzen, mit Leo
Stynen nicht nur einen
ausgezeichneten Tischtennisspieler,
sondern gleichzeitig einen überaus
sympathischen Menschen gewonnen zu
haben, der den Verein sicherlich
nicht nur in sportlicher Hinsicht
voran bringen wird.
Herzlich Willkommen
beim TV 06
Limbach, Leo, und alles gute für die
kommende Saison!
|