21.03.08
Erster Neuzugang für die Saison 08/09 steht fest: Leo Stynen wechselt zum TVL
 

In der kommenden Saison kehrt Leo Stynen aus Irland in seine zweite Heimat, das Saarland, zurück und wird das Trikot des TV 06 Limbach überstreifen. Vermutlich wird der TVL im nächsten Jahr jeweils eine Mannschaft in der
Regionalliga, Oberliga und Saarlandliga stellen (die 3. Mannschaft steht aktuell auf einem Aufstiegsplatz in der Landesliga). Um die Ziele Klassenerhalt
(2. und 3. Mannschaft) und Qualifikation für die eingleisige Regionalliga
(1. Mannschaft) zu erreichen, ist es für den TVL ein Glücksfall, einen echten
Teamplayer wie Leo Stynen zu gewinnen.
Aufgrund der zunehmenden Vereinsgröße wird im Vorfeld der Spartensitzung
der neu gegründete Sportausschuss (Vorstand + je 1 Vertreter aus dem
Aktiven- und Seniorenbereich) einen Vorschlag über die Mannschafts-aufstellungen machen.

Leo Stynen war in der letzten Saison im Saarland bei den TTF Besseringen in der Regionalliga aktiv. Während seines Auslandsaufenthalts in Irland spielte Leo in der höchsten irischen Spielklasse, wo er zudem mit seiner Mannschaft die Meisterschaft errang. Auch persönlich gelangen ihm herausragende Erfolge: Zuletzt hatte es Leo bis zur Nummer 3 der gesamtirischen Rangliste gebracht.

Im folgenden ein Interview mit Leo Stynen zum aktuellen Geschehen.


TVL: Bevor wir zur aktuellen Situation beim TV 06 Limbach kommen, erzähl uns bitte einmal deine Geschichte von Irland. Wie war das Studium dort, und was hast du in sportlicher Hinsicht erlebt?

Leo: Im Zuge meines Englischstudiums erhielt ich die Chance mal ein Semester am altehrwürdigen Trinitycollege von Dublin zu studieren. Die Uni ist von der Tradition und dem Ruf  her auf ähnlicher Ebene wie die Uni in Oxford oder Cambridge, und das in einer pulsierenden Millionenstadt direkt am Meer und an den Bergen. Um mir das Ganze zu finanzieren, habe ich auch noch einen Job im Technical Support von Hewlett Packard in Dublin angenommen (Irland ist im Moment schweineteuer.)

Tischtennistechnisch wusste ich nicht genau, was mich erwartet, ist Irland doch eher bekannt für seine gälischen Nationalsportarten wie Hurling und Gaelic Football sowie Rugby oder Fußball.

Über Arne Groth, einen alten Freund aus Dudweiler Zeiten, kam ich dann bei UCD unter, einem Universitätsclub, der neben Unimeisterschaften auch am regulären Spielbetrieb teilnimmt.

Was ich nicht wusste, war dass die Jungs letztes Jahr die Liga gewonnen hatten und nun auch im ETTU-Pokal an den Start gehen konnten. Genau wie Marco "Schmiddi" Schmitt mit seinem Club in Luxemburg fand ich mich auf einmal im Europacup wieder. Neben mir Na Ning, Nummer eins in Irland und der Engländer Dale Barham, ehemalige Nummer 3 Europas in der Jugend.
Qualifizieren konnten wir uns leider nicht für Runde 2, obwohl wir zumindest gegen das italienische Team nicht chancenlos waren. Eine Riesenerfahrung, einmal gegen Vollprofis aus der Ukraine, Portugal und Italien spielen zu dürfen.

Ich blicke nun auf ein aufregendes halbes Jahr zurück mit Turnieren in ganz Irland unter ganz unterschiedlichen Bedingungen wie dem toll organisierten Leinster Open Grand Prix in Dublin, dem gemütlichen Turnier in Galway direkt am Meer, Turnieren im britischen Nordirland (in der Pampa und in Belfast) sowie der Titelverteidigung in der irischen Liga in der wahrscheinlichen kältesten Halle Europas. Auch über meinen Aufenthalt hinaus werden mich freundschaftliche Bande übers Tischtennis immer wieder nach Irland zurückführen.

Trainingstechnisch konnte ich mich glücklich schätzen, sowohl über die irische Tischtennislegende, den Ex-Bundesligaspieler und amtierenden Europameister der über 40jährigen, Colum Slevin, als auch über meinen Verein mit Sparringspartner Na Ning (China) und UCD-Trainer Richard Butler verschiedene Tischtennisphilosophien kennen lernen zu dürfen.

TVL: Hört sich so an, als hättest du einiges im Ausland erlebt. Nun zu Limbach: Da alle Jungs aus der Limbacher 1. Mannschaft bereits für die neue Saison zugesagt haben, gibt es zwei Modelle, die für die nächste Saison denkbar sind. Entweder wird die 1. Mannschaft zu siebt an den Start gehen und durchwechseln, oder du spielst als Stammspieler im vorderen Paarkreuz der Oberliga-Mannschaft und verstärkst die 1. Mannschaft je nach Gegner und Form der jeweiligen Spieler in den wichtigen Spielen. Mit deiner Aussage "Ich finde beide Varianten reizvoll und wir entscheiden uns im April gemeinsam auf die für den Verein beste Lösung" passt du genau in das Bild eines echten Mannschaftssportlers. Was erwartest du dir von der nächsten Saison (Mannschaften, Training, Events,....) und wie wirst du eine eventuelle Doppelbelastung (1.+ 2. Mannschaft) in Verbindung mit deinem Studium meistern?

Leo: Für die nächste Saison muss die Priorität natürlich auf dem Gewinn des diesjährigen Limbacher Fußballturniers liegen! (schmunzelt)
Im Ernst: Wenn alle an einem Strang ziehen, bin ich vom Klassenerhalt aller Mannschaften überzeugt. Ich freue mich vor allem schon auf die Spiele vor heimischen Publikum.
Die "Doppelbelastung" sehe ich als Geschenk. Da ich mein Amt als Sportreferent an der Uni niedergelegt habe, um mich mehr auf mein Examen konzentrieren zu können, ist das auch zeitlich drin.

Eventmäßig bin ich gespannt auf das geplante Trainingslager und das sagenumwobene Rumpelfass. Ich werde selbst versuchen, das ein oder andere internationale Freundschaftsspiel zu organisieren.

TVL: Zum Abschluss ein Ausblick auf die Zukunft: Wird Leo Stynen, "der Weltenbummler", diesmal länger im Saarland bleiben, oder gibt es schon neue Projekte, die du nach deinem Studium angehen willst?

Leo: Ich werde erst mal in Saarbrücken zu Ende studieren. Nach dem Examen wird es dann darauf ankommen, in welchem Bundesland ich einen Referendariatsplatz bekomme. Aber wer weiß, vielleicht bleibe ich dem Saarland treu und werde Lehrer am Deutsch-Französischen Gymnasium. Möglich ist alles. Ich müsste dann auf lange Sicht nur noch an meinem Saarländisch arbeiten... "Hauptsach gudd gess" kann ich schon...

Der TVL kann sich glücklich schätzen, mit Leo Stynen nicht nur einen ausgezeichneten Tischtennisspieler, sondern gleichzeitig einen überaus sympathischen Menschen gewonnen zu haben, der den Verein sicherlich nicht nur in sportlicher Hinsicht voran bringen wird.

Herzlich Willkommen beim TV 06 Limbach, Leo, und alles gute für die kommende Saison!