28.06.08
Huber und Stynen vertreten TVL bei der Uni-EURO in Latina
 

“Ich habe schon drei Chinesen gesehen. Einer davon spielt nächste Saison bei uns in Montpellier an Position 1”, bemerkte Lennart Wehking gleich zu Beginn  der Eröffnungszeremonie der Zweiten Europäischen Tischtennisstudentenmeisterschaften im nahe Rom gelegenen Latina. Das ließ für den weiteren Turnierverlauf für die deutschen Mannschaften aus Köln und Saarbrücken nichts Gutes vermuten, und tatsächlich dominierte das Team um Zhang Hong Ming der Metropolitan University London” mit drei Chinesen und einem Quotenengländer sowohl den Team- als auch den Einzel- und Doppelwettbewerb der Europameisterschaft.

Köln, mit Lennart Wehking, dem Vorjahreszweiten im Einzel, in seinen Reihen, setzte sich in der Gruppe mit Serbien, Polen und der Zweitvertretung der Russen souverän als Gruppenerster durch.

Gleichzeitig kämpfte das Team der Universität des Saarlandes  mit der Erstvertretung Russlands, Englands und der Türkei um den Einzug ins Viertelfinale. Nach einem deutlichen Sieg gegen die Türken waren Stephan Pache, Andreas Huber und Leo Stynen gegen die starken Vorjahresfinalisten aus Moskau unterlegen, Stephan Pache kämpfte sich noch  in den fünften Satz gegen Petrushin, Andi Huber hatte mit etwas Glück beim Stand von 9-9 im fünften Satz Siegchancen und Leo Stynen gewann einen Satz gegen Lakeev (um die 160 in der Welt). Insgesamt waren die in der Weltrangliste geführten Russen aber eine Klasse zu stark für die Saarländer,

Jene konnten aber im entscheidenen Moment beim 3:2-Krimi gegen England die Nerven behalten und ebenfalls ins Viertelfinale einziehen. Der Limbacher Andi Huber schlug in diesem Spiel nicht nur die Nummer 10 Englands, Tim Yarnall, sondern zeigte im entscheidenen Spiel, dass er seinem neuen Spitznamen “Nervenhubi” gerecht wird. 

Großer Jubel dann im Viertelfinale auf deutscher Seite, als sich Lennart Wehking, Jakob Eberhardt, David Pfade, Felix Schmidt-Arndt und Dennis Michel gegen Kroatien durchsetzten und damit den Einzug ins Halbfinale und die erste Medaille für Deutschland im Turnierverlauf sicherten. Die Universität des Saarlandes bekam mit der “Metropolitan University London” den mit Abstand schwersten Gegner bereits im Viertelfinale und musste sich wie Köln später im Halbfinale den starken Chinesen beugen. Im Finale gegen Russland gewann das Team um Zhang Hong Ming anschließend Gold für England. 

Nur zu gerne erinnerten sich die deutschen Athleten an Lennart Wehkings Auftritt im letzten Jahr, als er sich mit der lautstarken Unterstützung der Teamkollegen bis ins Finale der Einzelkonkurrenz vorspielen konnte. Die zum Teil anarchistisch anmutende Turnierorganisation, die zuließ, dass der russische Trainer im Teamevent die bereits gelosten Gruppenzusammensetzungen nochmals zu seinen Gunsten ändern konnte, lieferte nun auch im Einzelwettbewerb Grund für Ärger.
So wurden die am Vortag im Teamevent souverän siegenden Chinesen vom Londoner Team im Unterschied zu den Russen nicht ansatzweise im Einzelwettbewerb gesetzt, sondern frei ins Feld gelost, was zur Folge hatte, dass der an Position Drei gesetzte Lennart Wehking bereits in Runde 2 (!) auf einen der Chinesen traf und nach 2:1 Satzführung noch gratulieren musste. 

Im leistungsmäßig dicht besetzten Feld war für alle deutschen Athleten spätestens im Achtelfinale Endstation. Andi Huber musste direkt in der ersten Runde gegen den stärksten Chinesen ran. Stephan Pache verlor im Achtelfinale gegen einen in der Weltrangliste geführten Zyprioten, und Leo Stynen schnupperte in Runde 2 gegen einen gesetzten Russen am fünften Satz.

Im Doppel  konnten sich Andras Huber und Leo Stynen von der Uni Saarland bis ins Viertelfinale vorspielen, indem sie gegen eine serbische Kombination beim Stande von 1-1 und 6-10 den Spiess noch drehten, Im Viertelfinale mussten sich die zwei Limbacher jedoch der Paarung Zhang/Zhang geschlagen geben. Lennart Wehking und Jakob Eberhardt (Sporthochschule Köln) stiessen bis ins Halbfinale vor, konnten jedoch gegen die späteren Doppelstudenteneuropameister Zhan/Zhang nicht gewinnen. 

Neben den zwei Medaillen und den Viertelfinaleinzügen werden die diesjährigen Europameisterschaften für die deutschen Athleten auch wegen der liebevollen Gesamtorganisation des Ausrichterteams vor Ort, der vielen grenzüberschreitenden Begegnungen beim gemeinsamen Fussball EM  schaün oder internationalen Strandfussballmatches in besonderer Erinnerung bleiben. 

Über den  russischen Trainer, der mit dem Stift in der Hand die Gruppenkonstellation zu Gunsten seiner Mannschaft änderte, wird man in ein paar Jahren sicher schmunzeln können. Aber auch erst dann.

In unserer Foto-Galerie sind auch Bilder von der Veranstaltung zu finden.