25.09.06
STTB Top12-Ranglistenturnier: Christian Schleppi schafft die Krönung
 

Nun hat er es endlich geschafft: Nach vielen beeindruckenden Auftritten inmitten der saarländischen Tischtennis-Elite, zu der er nun schon seit einigen Jahren gehört, unter denen bislang der ganz große Wurf noch fehlte, krönte sich Christian Schleppi am vergangenen Wochenende für viele überraschend zum Sieger des saarländischen Top12-Ranglistenturniers.
In einer hochkarätig besetzten Konkurrenz - die Freistellung von Christoph Brubach wurde durch den Saarbrücker Neuzugang Pache kompensiert - setzte sich Schleppi gegen elf Kokurrenten durch und feierte somit den ersten offiziellen Turniersieg seiner Karriere auf Landesebene.

Doch der Reihe nach: Eigentlich war unsere Nummer 1 nicht in optimaler Verfassung angetreten - zu wenig war Schleppi von seinen Trainingsleistungen bis dato angetan. Doch wie schnell er dann im Ernstfall den Hebel umlegen konnte, zeigte er bereits am Samstag eindrucksvoll: Auftaktsiege gegen Nico Lozar und Jörg Raber, die beide keinen Satzgewinn gegen ihn erzielen konnten, legten den Grundstein für ein überaus erfolgreiches Turnier. Doch danach wartete gleich die erste große Bewährungsprobe: Christoph Wagner vom SV Hasborn hieß der Gegner, und Schleppi hatte "eigentlich kein gutes Gefühl, da ich bei den letzten drei Ranglistendurchgängen chancenlos gegen ihn war." Als er dann jedoch im 3. Satz beim Stande von 1:1 Sätzen einen 2:7-Rückstand aufholen konnte, war die Wende geschafft, und am Ende stand ein 4:1-Erfolg über seinen "Angstgegner".

Nach einem problemlosen 4:0 über Kevin Mertes musste er gegen den mehrfachen Saarlandmeister Andreas Koch antreten. Tragischerweise nahm ausgerechnet diese Partie - "meine beste im ganzen Turnier" - ein unglückliches Ende. Mit einer tollen Leistung ("ich habe am oberen Limit gespielt") hatte er den Routinier Koch bereits im 5. Satz beim Stande von 3:1 Sätzen und 9:9 Punkten am Rande der Niederlage. Zwei leichte Topspinfehler bescherten dem Besseringer nun nochmal die Chance zur Wende - und dieser sollte sie eindrucksvoll nutzen. Das kraftraubende Spiel Schleppis forderte nun seinen Tribut, Koch wurde immer stärker, und so stand am Ende eine bittere 3:4-Niederlage in einem Spiel, das fast schon gewonnen war. Keine guten Voraussetzungen für das letzte schwere Spiel gegen Oliver Keiling, den ehemaligen deutschen Jugendmeister, sollte man nun denken. Doch das Schicksal meinte es nun gut mit Schleppi, denn Keiling "war noch platter als ich, und ich war schon im roten Bereich". So schaffte er am Ende noch einen 4:2-Erfolg, der ihn nach dem ersten Tag gemeinsam mit Koch und Keiling an der Spitze hielt.

Der härteste Brocken kam dann am Sonntag morgen gleich im ersten Spiel: Stephan Pache, hoffnungsvolles Nachwuchstalent aus Bayern und Neuzugang der Oberliga-Mannschaft des 1. FCS, hieß hier Schleppis Gegner. Doch auch zu dieser frühen Uhrzeit bot der 28jährige eine tolle Leistung, spielte erneut "mein bestes Tischtennis" und siegte am Ende verdient mit 4:1. Jetzt waren es nur noch drei Spieler mit einer Niederlage, und Keiling-Koch mussten noch gegeneinander spielen. Da Schleppi von allen das beste Satzverhältnis hatte und bereits gegen alle Favoriten gespielt hatte, war er jetzt plötzlich der Favorit.
Und als ob ihm diese neue Rolle nicht behagen würde, fiel er im Vergleich zu seinen vorherigen Leistungen nun etwas ab. Ein 4:2-Zittersieg über den Rodener Stefan Schmitt konnte gerade noch so gesichert werden, während der Sieg über Absteiger Dresch ohne Satzverlust ungefährdet ausfiel. Gegen Jürgen Braun, der ebenfalls nicht zu Schleppis Lieblingsgegnern gehört, konnte der Limbacher zum Glück beide knappen Sätze zu Beginn gewinnen, so dass am Ende ein 4:1-Erfolg zu Buche stand.

So war die Situation vor dem letzten Spiel klar; ein Sieg in welcher Höhe auch immer würde reichen. Doch Volker Schramm kämpfte in bekannter Manier bis zum Umfallen, und nachdem Schleppi den 3. Satz verloren hatte und im 4. Satz bereits mit 5:9 hinten lag, "sah ich die Felle schon davonschwimmen". Mit letzter Kraft und guten Bällen konnte er den Satz noch drehen und den Kampfeswillen seines Gegners brechen. Im 5. Satz lieferte Schleppi dann nochmals eine souveräne Vorstellung ab und erfüllte sich somit seinen Traum vom Titel.

Ein grandioser Erfolg unserer Nummer 1, die sich - auch auf die Gefahr hin, dass sich die Sätze wiederholen - in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert hat, immer ein wenig besser als im Vorjahr abschnitt und nun endlich den ersten großen Titel holte - und das völlig verdient.
Es wird wohl nicht wenige auch außerhalb von Limbach geben, die Christian Schleppi diesen tollen Erfolg von Herzen gönnen. Daher:

Herzlichen Glückwunsch, Christian, zu deiner tollen Leistung!