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Immer, wenn man bislang dachte, dass
Christian Schleppi nun den Zenit
seines Könnens und die für ihn
größtmöglichen Erfolge erreicht
habe, belehrte unsere Nummer 1 die
so denkenden eines Besseren. Wer nun
nach seinem STTB-Top12-Sieg und dem
Gewinn der Bronzemedaille im Doppel
bei den südwestdeutschen
Meisterschaften vor zwei Jahren
geglaubt hatte, das Ende der
Fahnenstange sei erreicht, der
durfte am vergangenen Samstag und
Sonntag bei den Südwestdeutschen
Meisterschaften der Aktiven in
Waldfischbach eindrucksvoll
miterleben, dass man sich bei
Christian Schleppi mit solchen
Aussagen tunlichst zurückhalten
sollte. Schleppi und Habel
erreichen 4. Platz in der Gruppe -
Schleppi profitiert von Tranles
Absage
Doch der Reihe nach. Mit gleich
zwei Teilnehmern war der TV 06
Limbach in Waldfischbach vertreten,
neben Christian Schleppi nahm auch
das größte saarländische
Nachwuchstalent im Jugendbereich,
Mirko Habel, an der Veranstaltung
teil. Darüber hinaus komplettierten
Christoph Brubach (TTF Besseringen)
sowie Stephan Pache und Benjamin
Rösner (beide 1. FC Saarbrücken) das
Teilnehmerfeld bei den Herren. Bei
den Damen gingen Claudia Walerowicz,
Ann-Kathrin Herges und Theresa Adams
(alle ATSV Saarbrücken) sowie Nikola
Neu (TTSV Fraulautern) an den Start.
In der Gruppenphase konnten die
beiden Limbacher bei starker
Konkurrenz überzeugen, jedoch sollte
es am Ende nicht reichen, einen der
drei zur Teilnahme an der KO-Runde
berechtigenden Plätze zu ergattern.
Gegen May (TVB Nassau, Rheinland)
gelang Schleppi ein relativ
ungefährdeter 3:1-Erfolg. Doch der
Gegner im zweiten Gruppenspiel hatte
es dann in sich: Dennis Dickhardt
(TTV Stadtallendorf, Hessen), der
beim letzten Bundesranglistenturnier
den 11. Platz belegt hatte, schien
eine unüberwindbare Hürde. Nach
einem 0:2-Rückstand kämpfte sich
Schleppi wieder heran, musste aber
im 4. Satz beim Stande von 6:10 vier
Matchballe abwehren, und weitere
vier in der Verlängerung (!) -
gewann aber diesen Satz noch.
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Verpasste
trotz guter Leistungen und
zweier Siege knapp die
Qualifikation zur KO-Runde:
Mirko Habel |
"Ab
diesem Zeitpunkt habe ich gemerkt,
dass ich endlich erstmals seit
Oktober des vergangenen Jahres
wieder das richtige Gefühl hatte",
äußerte der Limbacher erfreut nach
Spielende. Im
Entscheidungsspiel zeigte der
28jährige dann fantastisches
Tischtennis und siegte somit gegen
einen der Turnierfavoriten. Somit
hatte Schleppi einen optimalen Start
erwischt, und stand in seinem
dritten Spiel bereits kurz davor,
den Achtelfinaleinzug perfekt zu
machen. Doch gegen Schneider (SV
Flieden, Hessen) konnte er in der
Verlängerung des Entscheidungssatzes
einen Matchball nicht nutzen und
verlor das Spiel noch. Nun musste
Schleppi eines der beiden
verbleibenden Spiele gewinnen, um im
Turnier zu bleiben. Doch es sollte
anders kommen: Gegen Graf (TV
Leiselheim, Rheinland) und Minh
Tranle (Post SV Zeulenroda,
Thüringen) setzte es zwei
Niederlagen. Gegen Graf erkämpfte
sich Schleppi im Entscheidungssatz
zwar noch einen Matchball, konnte
diesen aber nicht nutzen. "Beides
sind Linkshänder mit sehr gutem
Aufschlag. Ich kam überhaupt nicht
ins Spiel. Daher hätte ich mich
nicht beklagt, wäre ich
ausgeschieden - auch wenn ich
insgesamt eine gute Leistung gezeigt
habe." Dass er am Ende doch
noch in die KO-Runde vorrückte,
hatte er dem glücklichen Zufall zu
verdanken, dass der Gruppendritte
Tranle am Tag darauf ein wichtiges
Regionalligaspiel hatte, das nicht
verlegt werden konnte. Daher
verzichtete Tranle auf die Teilnahme
an der KO-Runde und überließ
Schleppi damit den Vortritt.
Mirko Habel hatte dieses Glück
nicht, sondern schied als
Gruppenvierter aus. Dass aber auch
bei ihm nicht viel fehlte, um die
KO-Runde zu erreichen, verdeutlicht
ein Blick auf seine Resultate: Gegen
Cambell (ASV Maxdorf, Pfalz) und
Albrecht (Post SV Mühlhausen)
schaffte er zwei klare Erfolge,
während er gegen die
Gruppenfavoriten Ball (Eintracht
Felsberg, Hessen) und Bomsdorf (TTC
Seligenstadt, Hessen) zwar ohne
Satzgewinn unterlag, aber dennoch
gute Leistungen zeigte und alle
Sätze nur knapp verlor. Im
entscheidenden saarlandinternen
Duell mit Christoph Brubach um das
Weiterkommen gewann Habel den 1.
Satz und führte im zweiten bereits
mit 7:5, verlor diesen aber jedoch
noch und ebenso Durchgang 3. Im 4.
Satz verpasste er dann beim Stande
von 10:5 trotz fünf Satzbälle den
Entscheidungssatz.
Schleppi brilliert in der
KO-Runde gegen Haberle und Bomsdorf
Christian Schleppi hatte dann am
Sonntag die Chance, sich in der
KO-Runde zu beweisen. Und das sollte
ihm
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Schaffte am Ende einen
überragenden 3. Platz im
Einzel: Christian Schleppi
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eindrucksvoll gelingen. Die
Auslosung bescherte ihm mit Haberle
(TTC Elz, Hessen) erneut einen
Linkshänder, doch sollte das Spiel
ganz anders verlaufen als Schleppis
Gruppenspiele gegen die Linkshänder
Graf und Tranle. "Anfangs taten
mir vom Vortag noch alle Knochen
weh, doch ab dem 3. Satz hatte ich
den Muskelkater sozusagen
rausgespielt", kommentierte Schleppi
das Spiel. Die Sätze drei bis fünf
endeten deutlich für den Limbacher,
der in dieser Partie erneut sein
bestes Tischtennis zeigte. Damit war
der Einzug ins Viertelfinale
perfekt, das Soll praktisch schon
übererfüllt angesichts der
hochkarätigen Konkurrenz. Doch es
sollte noch besser kommen. Die
Runde der letzten Acht bescherte
Schleppi den Hessen Bomsdorf, der in
Habels Gruppe den ersten Platz
errungen hatte. Es entwickelte sich
ein tolles Spiel, bei dem Schleppi
von Anfang an in Führung lag.
Kritisch wurde es erst, als Bomsdorf
auf 3:2 Sätze verkürzen konnte, und
im 4. Satz plötzlich einen
3:8-Rückstand in eine 9:8-Führung
drehte. Doch in Folge bewies
Schleppi tolle mentale Stärke,
schaffte drei Punkte in Folge und
damit den umjubelten
Halbfinaleinzug. Dort wartete mit
dem Zweitligaspieler Carlos Lang
eine harte Nuss - zu hart, wie sich
herausstellen sollte. "Ich war
körperlich am Ende, dazu hat mein
Gegner sensationell gespielt. Ich
hatte keine Chance", musste Schleppi
nach fünf Sätzen anerkennend
zugeben. Doch der damit verbundene
3. Platz war sensationelles Ergebnis
- auch wenn es in Folge noch besser
kommen sollte...
"Notdoppel" Schleppi/Brubach
holt sensationell die Goldmedaille
im Doppel
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Das
"Notdoppel", das am Ende
Südwestdeutscher Meister
wurde: Christoph
Brubach und Christian Schleppi
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"Wir waren eigentlich ein
Notdoppel und passen nicht optimal
zusammen, da wir beide viel Platz
brauchen", so lautete das Statement
von Christian Schleppi über sein
Zusammenspiel mit dem Besseringer
Christoph Brubach. Doch der
Turnierverlauf sollte Schleppi mehr
als Lügen strafen... Da die
Vereinskameraden Rösner/Pache
zusammenspielten, gab es nicht mehr
viele Möglichkeiten der
Doppelzusammenstellung für die
verbleibenden drei Saarländer. Mirko
Habel spielte mit Andreas Greb (TTC
66 Mündersbach, Rheinland) zusammen
- und genau diese beiden Paarungen
trafen dann auch in der 1. Runde
aufeinander. Hier hatten die
Favoriten Schleppi/Brubach bereits
schwer zu kämpfen und mussten eine
gute Leistung abliefern, um mit 3:1
siegreich zu bleiben. Im
Halbfinale kam es zum Duell mit den
topgesetzten Haberle/Dickhardt
(Hessen). Die beiden Youngster waren
von Beginn an spielbestimmend,
dennoch gelang den Saarländern ein
Satzgewinn. Im 4. Satz musste die
Limbacher-Besseringer Kombination
dann drei Matchbälle abwehren,
erzwang aber den Entscheidungssatz.
Hier spielten sich die beiden dann
in einen Rausch und siegten mit
11:9. Damit stand fest, dass es ein
rein saarländisches Finale geben
würde, denn die andere Finalpaarung
hieß Rösner/Pache. In dieser Partie
waren Schleppi/Brubach stets das
bessere Doppel und siegte am Ende
verdient mit 3:1. Besonders
Christoph Brubach steigerte sich
nochmals im Vergleich zum
Halbfinale, spielte teilweise
unglaubliche Bälle und war somit
Garant für den Sieg, auch wenn
Schleppis Statement ("Unglaublich,
was er gespielt hat. Ich musste nur
den Ball halten und vorbereiten")
als Understatement gewertet werden
darf.
Damit war die Sensation perfekt,
und Christian Schleppi hatte den
Titel des Südwestmeisters inne.
Zusammen mit dem 3. Platz im Einzel
betrachtet eine unglaubliche
Leistung, die er sich im Vorfeld
wahrscheinlich nicht in den kühnsten
Träumen ausgemalt hätte. Versüßt
wurde Schleppis Einzelresultat noch
durch die Tatsache, dass er sich mit
dieser Platzierung für die Deutschen
Meisterschaften qualifiziert hat,
was ihm vor zwei Jahren schon einmal
gelungen war, er aber seine
Teilnahme aufgrund einer schweren
Grippe absagen musste.
Übrigens war das Turnier auch aus
der Gesamtsicht der Saarländer ein
voller Erfolg, denn den Titel des
Südwestmeisters sicherte sich völlig
überraschend Stephan Pache im Finale
gegen Carlos Lang. Hinzu kamen neben
der Silbermedaille von Rösner/Pache
im Doppel noch eine Bronzemedaille
von Brubach/Walerowicz im Mixed, was
den STTB am Ende im Herrenbereich
zum erfolgreichsten Verband
avancieren ließ.
Herzlichen Glückwunsch, Christian
und Mirko, zu euren tollen
Leistungen!
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