01.05.07
Meisterserie, Teil 3: 3. Herrenmannschaft
 
Als Aufsteiger aus der Kreisliga ging unsere 3. Herrenmannschaft in diese Bezirksliga-Saison. Dennoch war jedem vor Saisonbeginn klar, dass das Team nicht mit einem "normalen" Aufsteiger gleichzusetzen war, der in der Regel zunächst gegen den Abstieg kämpft. Die mehr als souveräne Meistermannschaft der Spielzeit 2005/2006 wurde auf vier von sechs Positionen nicht verändert; für Alois Niebergall kam Neuzugang Peter Stephan ins Team, für "Vadder" Steitz rückte Peter Schiestel aus der Saarlandliga-Mannschaft des TVL nach. Aufgrund der Qualität des Teams - vier der sechs Spieler hatten bereits mindestens eine Saison als Oberliga-Stammspieler absolviert - war jedem klar, dass man sich vor keinem Gegner zu verstecken brauchte.

Verpatzter Saisonstart als Initialzündung für weiteren Saisonverlauf

Dennoch begann die Saison, wie sie schlechter nicht hätte beginnen können: Beim TTC Limbach, einer guten, nicht zu unterschätzenden Mannschaft, aber dennoch keinem Spitzenteam, trat man ohne Stefan Ruffing an. Zudem wies nahezu die komplette Mannschaft erheblichen Trainingsrückstand auf, was sich erst in den Spielen schmerzhaft zeigen sollte.
Nach nicht allzu langer Spielzeit hatte man die Partie mit 4:9 verloren, und alle vorher gehegten Ambitionen hatten einen gehörigen Dämpfer erlitten, so dass man sich entschloss, das Wort "Meisterschaft" auf den Index zu setzen, bis die Mannschaft den Beweis angetreten hatte, für solche Ziele auch konkurrenzfähig zu sein.

Mit dieser Strategie sollte man in Zukunft ausgezeichnet fahren. Zwar kämpfte man sich mehr in die Saison, als man sich in sie hinein spielte, dennoch wurde bis zum ersten Spitzenspiel gegen den TTC Lautzkirchen keine Punkte mehr abgegeben. In Lautzkirchen lieferte man dann das erste kleine "Meisterstück" ab, als man die Gastgeber in heimischer Halle mit 9:5 bezwang. In diesem Spiel rief die Mannschaft erstmals ihr wirkliches Potential ab, und wusste nun auch, was sie im weiteren Saisonverlauf - absolute Leistungsbereitschaft und Willen vorausgesetzt - zu leisten imstande war.

Als dann im nächsten Spiel auch die zweite Spitzenmannschaft, der SV Hasborn, zu Hause knapp mit 9:6 geschlagen wurde, wusste jeder, dass man nun wieder groß im Geschäft war, wenngleich Hasborn aufgrund des besseren Spielverhältnisses immer noch auf Platz eins stand. Spätestens in diesem Spiel trat auch eine der neben dem Teamgeist größten Stärken der Mannschaft zutage, die uns noch etliche Punkte in dieser Saison sichern sollte: Unsere Doppel. 3:0 hieß es gegen den SV Hasborn nach den Doppeln, was in einem Spitzenspiel schon ungewöhnlich ist.

Dass jetzt jedoch noch längst nicht alles von alleine laufen sollte, musste man bereits eine Woche darauf im Spiel gegen den damaligen Tabellenletzten Illingen erleben: Auch wenn mehr als die Hälfte der Mannschaft krank (Fuhrmann, Ruffing, Brunk) oder verletzt (Peter Stephan, Mittelfußbruch) ins Spiel ging, konnte man dies nicht als alleinige Ausrede dafür einsetzen, dass man nur haarscharf einen Punktverlust vermeiden konnte. Im Schlussdoppel lagen Fuhrmann/Stephan bereits mit 0:2 zurück, um dann in einer beispiellosen Aufholjagd die Partie noch zu drehen. Die Botschaft, die von diesem Spiel mitgenommen werden konnte, war also nicht schwer zu entschlüsseln: Wir durften keinen, aber auch keinen Gegner unterschätzen.

Spitzenspiele gegen Lautzkirchen und Hasborn in der Rückrunde als Nervenkrimis

Völlig anders als in der Vorrunde präsentierte sich unsere Mannschaft in den ersten Saisonspielen, auch, weil insbesondere Frank Fuhrmann und Jürgen Becker nun alleine schon durch den bisherigen samstäglichen Spielrhythmus mehr Training hatten, als in dem halben Jahr vor Saisonbeginn zusammengenommen. So startete man eingespielt in die Rückrunde, und nun sollte sich besonders auch die Doppelstärke zu einem großen Plus entwickeln.

So gab es in den ersten vier Spielen vor der richtungsweisenden Lautzkirchen-Partie ausnahmslos deutliche Siege, die unterstrichen, dass sich das Team spielerisch gefestigt hatte. Das große Heimspiel gegen Lautzkirchen, das eine für Bezirksliga-Verhältnisse enorme Zuschauerkulisse von ca. 40 Interessierten zu bieten hatte, brachte dann einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zum Titel. Nach über vier Stunden Spielzeit stand das 8:8-Unentschieden fest, das unserer Mannschaft sehr wohl, den Lautzkirchern jedoch nicht half. Das zweite Spitzenspiel gegen Hasborn endete mit dem gleichen Ergebnis, wobei der Spielverlauf hierbei zwischenzeitlich weitaus mehr Anlass zur Sorge gegeben hatte, lag man doch am Ende gar mit 6:8 zurück, ehe Stefan Ruffing und das Schlussdoppel Stephan/Fuhrmann den Punktgewinn sicherten.

Danach hieß es "nur" noch, sich in den verbleibenden drei Spielen schadlos zu halten, was auf souveräne Art und Weise gelang: In den Partien gegen Illingen, Theley und Niederlinxweiler wurden insgesamt lediglich acht Spiele abgegeben.

So rettete die Mannschaft den Ein-Punkte-Vorsprung vor den Verfolgern ins Ziel. Zwar gab es mehr als eine brenzlige Situation zu überstehen, doch wer weiß, wie die Saison verlaufen wäre, hätte man beispielsweise das erste Saisonspiel in Limbach komplett bestritten. Insgesamt stellte unsere Mannschaft nach Saisonende das beste 1er-, 2er- und 3er-Doppel der Liga - ein Wert, der auch für Meistermannschaften nicht alltäglich ist. Zudem stellte die Mannschaft den besten Spieler des mittleren (Schiestel) sowie die beiden besten Spieler des hinteren Paarkreuzes (Ruffing, Brunk). Auch aufgrund der Tatsache, gegen keinen der beiden Konkurrenten in insgesamt vier Spielen verloren zu haben, darf man diese Meisterschaft wohl mit dem Prädikat "verdient" versehen.

Herzlichen Glückwunsch an unsere 3. Herrenmannschaft!!!

Meister der Bezirksliga 2006/2007:
v.l.n.r.: Peter Schiestel, Michael Brunk, Peter Stephan, Stefan Ruffing,
Frank Fuhrmann, Jürgen Becker