1. TTC Pirmasens - TV 06 Limbach 2   6:9

Limbacher Sensationssieg gegen den TTC - Thome und Jungfleisch als Sieggaranten

 

Am letzten Sonntag musste unsere 2. Mannschaft beim TTC Pirmasens antreten, eine Mannschaft, die bereits in der selben Besetzung Regionalligaluft schnuppern durfte und in der letzten Saison hinter den beiden Aufsteigern den dritten Platz belegte.

Dennoch war man sich in Limbach einig, dass man nicht gänzlich chancenlos sein würde, rechnete man sich doch aufgrund der bevorstehenden Spielpaarungen durchaus den ein oder anderen Spielgewinn aus. Jedoch war man sich eigentlich bewusst, dass der ganz große Wurf, nämlich ein Punktgewinn beim Spitzenteam aus der Pfalz um den Abwehrstrategen Rainer Theiß, wohl nur Träumerei war. Insbesondere ein ominöses Fahrzeug mit den Zwischenbuchstaben „CL“ schürte den begründeten Verdacht, dass mit Christian Lorenz die „Geheimwaffe“ der Gastgeber an die Platte ging, der nach Aussage der Pirmasenser nur gegen die starken Gegner spiele. Somit standen sich jeweils 7 Spieler gegenüber, denn auch unsere Mannschaft reiste in voller Besetzung an, man hatte jedoch bereits vor Spielbeginn bereits entscheiden, dass man aus taktischen Gründen auf Spitzenspieler Tobias Becker verzichten werde, ein Schachzug, der von „Edelfan“ Heinz Schade vorab kritisiert wurde.

Auf Pirmasenser Seite teilte man indes die Einschätzung, die in ihrem Vorbericht einen 9:5-Erfolg über unsere Mannschaft als mögliches und wahrscheinliches Ergebnis tippte.
Dass sich der reine Ergebnistipp fast bewahrheiten sollte, sprach für die Pirmasenser; der Spielverlauf hingegen wendete sich indes völlig in die andere Richtung.

Guter Doppelstart bringt Sicherheit

Zunächst stellten beide Teams nur die Doppel auf, um die Einzelstrategie nicht offenbaren zu müssen und so sahen sich das Limbacher Spitzendoppel Jülch/Schimek den Pirmasensern Metzner/Fink gegenüber. Während man den ersten Satz recht sicher gewann, gab man die beiden folgenden ab und es machte sich bereits Sorge breit auf Limbacher Seite. Jedoch schafften es Jülch/Schimek, die Gegner im 4. und 5. Satz immer besser in den Griff zu bekommen und schließlich behielten sie im Entscheidungssatz die Oberhand.

Derweil sahen sich Becker/Jungfleisch den schier übermächtigen Theiß/Links gegenüber, die ihrer Favoritenrolle vollends gerecht wurden und den gut mitspielenden Limbachern keinen Satzgewinn erlaubten.

Als richtungweisend stellte sich im Anschluss einmal mehr die gute Doppeltaktik der Limbacher, nämlich die Aufstellung von Lachmund/Thome als Doppel 3, heraus; die Limbacher spielten stark und ließen der Paarung Lorenz/Becker nicht die Spur einer Chance, sodass unsere Jungs in Führung gingen.

Jülch ringt Abwehrstratege Theiß nieder 

In den sich nun offenbarenden Aufstellungen stellte sich heraus, dass Pirmasens auf Steffen Fink verzichtete, während auf Limbacher Seite, ganz wie besprochen, Tobias Becker pausierte.

Im Anschluss an die Doppel war nun jedem in der Halle klar, das Sven Lachmund und Christian Jülch, der für Tobias Becker nach vorne gezogen wurde, im vorderen Paarkreuz gegen „Eiche“ Links und Rainer Theiß einen schweren Stand haben würden. Dies bewahrheitete sich auch, als Lachmund trotz zeitweiliger Führung die Überlegenheit der „Eiche“ anerkennen und nach 3 Sätzen gratulieren musste.

Am Nebentisch spielte Jülch derweil groß auf gegen Theiß, der in der letzten Oberligasaison die zweitbeste Bilanz der Liga erspielen konnte. Der Limbacher punktete ein ums andere Mal mit seinen Vorhand-Topspins, Theiß hielt mit teils artistischen Abwehraktionen dagegen, sodass die Entscheidung im 5. Satz fallen musste. Hier hatte Jülch schließlich nach einer gut gewählten Auszeit das bessere Ende auf seiner Seite und die erste viel umjubelte Sensation an diesem Morgen war perfekt, denn wohl niemand auf Gegnerseite hatte ernsthaft mit einer Niederlage ihrer Nummer 1 gerechnet. Umso fairer und sympathischer zeigten sich dann die Pirmasenser Akteure und Zuschauer, die Jülch ob der formidablen Leistung gratulierten.

Hart umkämpfte Partien in der Mitte - Thome sorgt für Einzelpunkt Nummer 2

Im mittleren Paarkreuz, das von Thomas Schimek und Oliver Thome besetzt wurde, kam es zu zwei ganz spannenden und knappen Partien.

Schimek, der sich einem gut aufspielenden Christoph Metzner gegenüber sah, spielte konzentriert und lag im Schlusssatz bereits mit 10:6 in Front. Dennoch gelang es ihm nicht, das Spiel nach Hause zu bringen und er vergab alle seine Matchbälle, wobei hier jedoch die starken Schläge Metzners nicht unerwähnt bleiben dürfen.

Zeitgleich kämpfte Oliver Thome gegen Thomas Dorst um jeden Ball und auch hier entwickelte sich ein Spiel, in dem die Führung stets wechselte und das folgerichtig auch erst im 5. Satz entscheiden wurde. Hier behielt Thome dann die Nerven und konnte sein sicheres und variantenreiches Spiel mit einem schönen Erfolg krönen, den er mit einem Kniefall bejubelte; somit lag unsere Mannschaft immer noch in Front.

"Dr. Noppe" sorgt für Limbacher Führung zur Halbzeit 

Im hinteren Paarkreuz starteten mit Uli Klicker und Christian „Dr. Noppe“ Jungfleisch die beiden Limbacher Abwehrrecken; jedoch war man sich darüber im Klaren, dass die Pirmasenser Lorenz und Becker im Vorfeld wohl ab und an gegen Theiß trainiert hatten, um sich auf ihre Limbacher Kontrahenten einzustellen.

Uli Klicker gelang es schließlich nicht, gegen Becker an seine gute Vorstellung im Spiel gegen Maxdorf anzuknüpfen und er musste nach 4 Sätzen die Überlegenheit des Gegners anerkennen.

Ein schier grandioser Verlauf schien sich parallel dazu am Nebentisch im Spiel zwischen „Dr. Noppe“ und Christian Lorenz abzuzeichnen, konnte unser Materialkünstler die ersten beiden Sätze doch klar für sich verbuchen. Doch Lorenz, nicht umsonst früher immer die Nummer 3 auf Pirmasenser Seite und für sein kluges Spiel bekannt, stellte um und zwang Jungfleisch in den 5. Satz. Hier behielt unsere Nummer 6 allerdings die Nerven, ließ sich auch nicht von 2 vergebenen Matchbällen beeindrucken und siegte zum 5:4-Zwischenstand.

"Eiche" Links auf Pirmasenser Seite nicht zu schlagen - Lachmund brilliert wie Jülch gegen Theiß

Nun durften die Gastgeber kein Spiel mehr abgeben, wollten sie noch den 9:5-Tipp Realität werden lassen. Dieses Unterfangen konnte die „Eiche“ gegen Christian Jülch auch erst einmal in die Tat umsetzen, indem er gegen den ordentlich mitspielenden Limbacher in 3 Sätzen gewann, wobei hier auch der ein oder andere, in Zahlen etwa 15, Netzroller zugunsten der Pirmasenser Nummer 2 in die Waagschale fiel.

Allerdings lieferte Sven Lachmund am Nebentisch im Duell der Spitzenspieler eine grandiose Leistung gegen Rainer Theiß ab und auch hier ging es, wie im Spiel von Jülch gegen Theiß, in den 5. Satz, in dem der Pirmasenser Abwehrspieler schnell in Führung ging. Doch Lachmund kämpfte um jeden Ball und schaffte schließlich den 10:10-Ausgleich. Als er dann letzten Endes den 3. Matchball verwandeln konnte und Theiß die zweite Niederlage an diesem Morgen bescherte, schnupperte unsere Mannschaft die Sensation, rechnete man sich doch im mittleren Paarkreuz gute Chancen aus.

Zunächst standen sich Thomas Schimek und Thomas Dorst gegenüber und, wie so oft in dieser Partie, es ging in den 5. Satz. Hier zog Schimek nach etlichen sehenswert herausgespielten Punkten schnell auf 10:3 davon, jedoch gelang es ihm erneut nicht, postwendend den Sieg einzufahren und er gewährte Dorst noch 5 weitere Punkte, ehe der Limbacher Erfolg zu Buche stand. Derweil spielte Oliver Thome, an diesem Spieltag hervorragend, gegen Metzner groß auf, machte kaum Fehler und drängte dem Pirmasenser durchweg sein variables Allround-Spiel auf. Nach 3 schnellen Sätzen war der Sieg Thomes und der damit verbundene sichere Punktgewinn für unsere Jungs unter Dach und Fach: Man führte 8:5!

Allerdings wollten es Uli Klicker und Christian Jungfleisch bei diesem einen Punkt nicht bewenden lassen. Zwar konnte Klicker auch in seinem Spiel gegen Lorenz, in dem nur stellenweise sein Können hervorstach, nur einen Satz gewinnen; besser machte es derweil „Dr. Noppe“, neben Thome der Limbacher Punktegarant an diesem Morgen, gegen Ralf Becker. Unter permanentem Einsatz der Noppenblocks konnte Jungfleisch einen deutlichen Drei-Satz-Erfolg feiern. Die Sensation war mit einem 9:6-Erfolg unserer Jungs perfekt und der Pirmasenser Tipp in sein Gegenteil verkehrt!


Hervorzuheben ist dabei die Tatsache, dass sich die Pirmasenser durch die Bank als sehr faire Verlierer zeigten, die auch beim gemeinsamen Essen nur Positives über das Spiel zu berichten wussten, vom Ergebnis aus ihrer Sicht einmal abgesehen.

Ebenso erwähnenswert sind die beiden treuen Fans Heinz Schade und Dieter „Vadder“ Steitz, die den Weg nach Pirmasens fanden, um mit Rat und Tat zur Seite zu stehen; gleiches gilt auch für den pausierenden Tobias Becker, der sich ein ums andere Mal als Anpeitscher in den Dienst der Mannschaft stellte und so ebenfalls Anteil am Erfolg trägt.