TTC Berus - TV 06 Limbach 3   9:7

TVL lässt Cleverness vermissen: 6 Niederlagen im 5. Satz - Keller mit gelungenem Debüt

 
Nach dem bereits feststehenden Aufstieg hatte sich unsere Mannschaft vorgenommen, die Saison möglichst erfolgreich mit zwei Siegen in den noch ausstehenden Partien gegen Berus und Duweiler zu beenden. Allerdings musste das Team kurzfristig den Ausfall Jürgen Beckers hinnehmen, für den der junge Steffen Keller sein Drittmannschafts-Debüt feiern durfte. Nichts desto trotz ging man gegen die Beruser favorisiert ins Spiel, mussten diese doch sogar das Fehlen ihrer Nummer 2, Michael Schwinn, beklagen.

Schmaler Grat in den Doppeln zwischen Traum- und Fehlstart

Bereits zu Beginn des Spiels erlebte unsere Mannschaft, wie nahe im Tischtennis Erfolg und Misserfolg beieinander liegen können. Man hatte in den Doppeln "offensiv" aufgestellt, um sich die Chance auf drei Siege offen zu halten. Und zum erfolgreichen Ausgang dieser Rechnung fehlten am Ende gerade einmal vier Punkte. Zunächst siegten Peter Stephan und Frank Fuhrmann in einem wenig ansehnlichen Spiel sicher mit 3:0 über Lang/Schwarz. Am Nebentisch lieferten Markus Dreier und Gregor Oßwald die erhofft gute Partie gegen die erstmals in dieser Saison zusammen spielenden Haas und Best ab, doch wie schon so oft in dieser Saison fehlte den beiden am Ende der "Killerinstinkt": Zum sechsten Mal in dieser Spielzeit unterlagen Dreier/Oßwald im 5. Satz, und das denkbar knapp mit 9:11.
Das dritte Doppel von Peter Schiestel und Steffen war dann eine fünf Sätze lang währendes Hin- und Her, das das bereits wenig ansehnliche erste Doppel noch einmal um Längen schlug. Zu allem Überfluss bekam Schiestel wie schon so oft in den letzten Wochen während des Spiels Rückenprobleme und war stark in seiner Beweglichkeit eingeschränkt. Dennoch hätten die beiden Limbacher diese Partie gewinnen müssen, denn nicht nur vier Satzbälle wurden im 3. Durchgang vergeben, sondern auch noch eine komfortable 9:5-Führung im Entscheidungssatz. Nach den Doppeln schwante unserer Mannschaft bereits, dass dies möglicherweise nicht der Tag des TVL werden sollte.

Drei Fünfsatz-Niederlagen werfen TVL zurück - Dreier trotz Niederlage mit bestem Saisonspiel

Und dieser Eindruck sollte sich in der ersten Einzelrunde manifestieren. Zunächst ging Schiestel, immer noch durch Schmerzen im Offensivspiel gehandicapt, in die Partie gegen Best, gegen den er in der Vorrunde noch deutlich gewonnen hatte. Doch an diesem Abend spielte Best zwei Klassepartien, hatte in den entscheidenden Momenten auch das nötige Quentchen Glück und siegte am Ende verdient mit 3:1. Parallel hierzu lieferte Markus Dreier sein vielleicht bestes Saisonspiel ab, und lieferte Andreas Haas einen packenden Kampf, bei dem Ballwechsel über 15-20 Bälle eher die Regel denn Ausnahme waren. Am Ende setzte sich die Offensivkraft Haas' durch in einer Partie, in der jeder der Akteure den Sieg verdient gehabt hätte.

Und auch im mittleren Paarkreuz war unser Verein nicht vom Glück verfolgt. Gregor Oßwald schien das Spiel gegen Lang sicher im Griff zu haben, und lag mit 2:1 Sätzen in Führung. Doch der 4. Durchgang bedeutete dann die Wende. Im Entscheidungssatz war das Spiel stets ausgeglichen, und in der Verlängerung hatte unser Noppenkünstler sogar einen Matchball. Doch diesen konnte er nicht nutzen, und die Partie ging mit 13:11 ebenfalls an Berus. Für das erste gewonnene Einzel des TVL an diesem Abend sorgte dann Frank Fuhrmann mit einem 3:0 über Demmer, für das er nicht einmal zehn Minuten Spielzeit benötigte; den 1. Satz gewann Fuhrmann gar ohne Punktverlust.

Im hinteren Paarkreuz bot sich dann die große Chance zur Wende, durfte man sich doch hier trotz Ersatzes gute Chancen auf Siege ausrechnen. Und Steffen Keller deutete gegen Münzmay mehrfach sein Potential an, spielte phasenweise sehr gut und ließ sich auch von zwei Satzrückständen nicht aus dem Konzept bringen. Im Entscheidungssatz fehlte dann jedoch noch die notwendige Cleverness, er geriet früh in Rückstand, und am Ende war die fünfte (!) Fünfsatz-Niederlage im 8. Spiel perfekt. Peter Stephan brachte unsere Mannschaft zur Halbzeit wenigstens auf 3:6 heran, indem er ohne Probleme und Satzverlust gegen den jungen Schwarz siegte.

Aufholjagd des TVL wird nicht belohnt - Fuhrmann/Stephan unterliegen im Schlussdoppel

Doch Limbach wäre nicht Limbach, wenn es sich mit dem bisher unglücklichen Spielverlauf abgefunden hätte. Schiestels zweite Partie gegen Haas war der Auftakt zu einer Aufholjagd, die am Ende (wie sollte es auch anders sein) im Schlussdoppel endete. Nach der Einnahme einer Schmerztablette zeigte Schiestel ein ganz anderes Spiel, zwang den zweitbesten Spieler der Liga durch sein Aufschlagspiel immer wieder zu Fehlern und konnte nun endlich auch Akzente in der Offensive setzen. Der Lohn für eine der besten Rückrunden-Leistungen war dann ein klarer Sieg im 5. Satz. Markus Dreier avancierte am Nebentisch endgültig zur tragischen Figur des Spiels. Erneut lieferte er gegen Best eine tolle Partie ab, hatte aber das Pech, dass dieser an diesem Abend noch einen Tick besser war. Wieder gab es packende Ballwechsel zu bestaunen, am Ende setzte sich Best gegen die "Dreier'sche Mauer" durch und durfte sich über seinen zweiten Einzelsieg an diesem Abend freuen.

Im mittleren Paarkreuz hatte man nun die Chance, endgültig den Anschluss herzustellen. Doch auch hier wurde ein weiteres Kapitel im "Buch der vergebenen Chancen" geschrieben. Frank Fuhrmann lag nach gutem Spiel und starken Nerven im 1. Satz bereit mit 2:0 in Front, ehe sein Gegner Lang nach und nach zurück in die Partie fand. Auch eine 6:2-Führung konnte von Fuhrmann im 3. Satz nicht zur Entscheidung genutzt werden; am Ende stand die 6. Fünfsatz-Niederlage des Abends. Dass es nicht sieben wurden, dafür sorgte Gregor Oßwald in einem Noppenduell der besonderen Art. Er und Demmer bearbeiteten sich in einer Art und Weise mit ihren Spezialbelägen, dass, um ein Zitat Oßwalds aus früheren Zeiten zu bemühen, "dem Ball schlecht werden muss". Am Ende ging unser Netzroller- und Kantenball-Spezialist aus dem Gestocher, das nur folgerichtig fünf Sätze lang andauerte, als Sieger hervor.

Nun war klar, dass im hinteren Paarkreuz zwei Siege erzielt werden musste, um noch eine Chance auf einen Punktgewinn zu haben. Dies gelang, wenngleich mit hohem Aufwand: Peter Stephan lag zwischenzeitlich überraschend gegen Münzmay mit 0:2 Sätzen zurück, ehe er sich zusammen riss und die Partie noch einmal drehte. Mit einem großen Kraftakt und stark verbessertem Spiel gewann er die drei folgenden Sätze und ermöglichte somit Steffen Keller, das Schlussdoppel zu erzwingen. Und dies sollte unserem Nachwuchstalent gelingen; gegen Schwarz hatte er nur wenige kritische Situationen zu überstehen, war jederzeit Herr der Lage und gewann völlig verdient mit 3:0.

Wie fast immer in dieser Saison bei Limbacher Partien wurde das Spiel also mit einem Doppel beendet. Der 1. Durchgang ging nach gutem Spiel an Fuhrmann/Stephan, und der TVL durfte sich Hoffnungen machen, in diesem Spiel wenigstens noch einen Punkt aus Berus zu entführen. Doch da es anscheinend ein Tag war, an dem einfach nichts gelingen sollte, gelang folgerichtig auch das nicht. Haas/Best steigerten sich, waren mit zunehmender Spieldauer im entscheidenden Aufschlag-Rückschlag-Spiel besser und cleverer, und auch in der Offensive sicherer, so dass ihr 3:1-Sieg am Ende in Ordnung geht.

So konnte man aus Berus einzig das späte Aufstellen zweier Saisonrekorde vermelden (meiste Fünfsatz-Spiele [9] in einer Partie und gleichzeitig meiste Fünfsatz-Niederlagen [6]), worauf man jedoch problemlos hätte verzichten können. Nun gilt es, die Saison mit einem Heimsieg über Dudweiler versöhnlich abzuschließen.