TV 06 Limbach 3 - ATSV Saarbrücken 2   2:9

TVL ersatzgeschwächt chancenlos gegen die Hauptstädter

 
Spätestens, als feststand, dass Uli Klicker in der Rückrunde nicht mehr für die 3. Mannschaft würde spielen dürfen, war jedem klar, dass somit die Chancen auf den Klassenerhalt praktisch nicht mehr vorhanden waren. Und selbst das zweite Ziel, nicht ohne einen Sieg aus der Saarlandliga zu gehen, dürfte nicht einfach zu realisieren sein; hat die Dritte doch nun praktisch Samstag für Samstag nur fünf Mann zur Verfügung und muss sich jeweils mit Ersatz aus der Vierten behelfen.

An diesem Samstag kam der Ersatz sogar aus der Fünften: Nachwuchstalent Lukas Adt feierte seine Saarlandliga-Premiere und sorgte so dafür, dass wenigstens eine komplette Mannschaft gegen diejenige Truppe an den Start geschickt werden konnte, gegen die man in der Vorrunde nur haarscharf am Sieg vorbeigeschrammt war.

Wenigstens ein Sieg in den Doppeln - Dreier und Adt sorgen beinahe für Sensation

Der ATSV Saarbrücken stellte verständlicherweise die Doppel taktisch und bot mit Scholer/Breyer das beste Doppel auf Position 2 auf. Entsprechend wenig Mühe hatten die beiden dann auch gegen Becker/Fuhrmann und gewannen locker mit 3:0. Selbiges hatte man eigentlich auch von der ATSV-Paarung Eberle/Becker, T. erwartet, die gegen Markus Dreier und Lukas Adt, das "Verlegenheits"-2er-Doppel, antraten. Doch weit gefehlt: Dreier und Adt zeigten eine ausgezeichnete Partie, zwangen die beiden Saarbrücker zu vielen Fehlern und gingen sogar mit 2:1 Sätzen in Führung. Leider drehten Eberle und Becker die Partie noch und siegten im 5. Satz.
Für wenigstens einen Punkt aus den Doppeln sorgten Peter Schiestel und Peter Stephan, die nach dem miserablen Spiel der Vorwoche gegen Lautzkirchen eine gute Leistung und vor allem eine tolle Moral zeigten: 1:2 nach Sätzen und 4:10 (!) im 4. Satz lagen die Limbacher gegen Emmerich/Abel bereits zurück. Dann versuchte Abel einen reichlich optimistischen Vorhand-Parallel-Endschlag auf einen flachen Schupfball, das war der Punkt zum 6:10. Es sollten noch sechs weitere in Serie folgen, was den umjubelten Satzausgleich brachte. Im 5. Durchgang zeigte man sich dann durchweg besser und siegte klar und verdient.

Vorderes Paarkreuz chancenlos - nur Stephan sorgt für Punktgewinn

Ohne Chance waren unsere beiden Akteure im vorderen Paarkreuz gegen zugegebenermaßen äußerst starke Gegner. Jürgen Becker hatte bei seinem 0:3 gegen Wolfgang Scholer ebenso wenig eine Siegchance wie Markus Dreier gegen Beppo Breyer; Dreier verlor den dritten Satz in der Verlängerung, am Sieg des Abwehrspielers gab es dennoch nichts zu rütteln.

Das mittlere Paarkreuz ging zwar erneut leer aus, doch zumindest bei dem in der Vorrunde konstant neben sich stehenden Schiestel zeichnete sich ein deutlicher Aufwärtstrend ab, der sich bereits im Doppel angedeutet hatte. Mit neuen Belägen gestaltete er gegen Wolfgang Emmerich jeden Satz völlig ausgeglichen, am Ende fehlten jeweils nur zwei Punkte, um ein anderes Ergebnis herbeizuführen. Man darf zumindest die Hoffnung hegen, dass der Limbacher wieder zu der Form findet, die er noch vor einem Jahr an den Tag zu legen wusste.
Frank Fuhrmann dagegen zeigte gegen Eberle eine sehr mäßige Leistung, kam nie ins Spiel, machte sich das Leben durch etliche Aufschlagfehler selbst schwer und unterlag am Ende ebenso ohne Satzgewinn.

Peter Stephan war es dann vorbehalten, für den zweiten Punktgewinn zu sorgen. Gegen Abel wurde deutlich, dass ihm nicht mehr viel zu seiner alten Stärke fehlt, so dass er die für ihn persönlich völlig verkorkste Hinrunde bald wird abhaken können. Zudem plagen ihn momentan Schmerzen im Schlagarm, so dass bei einer vollständigen Gesundung mit einer weiteren Leistungssteigerung zu rechnen ist. Lukas Adt konnte sich bei seiner Saarlandliga-Premiere gegen Thorsten Becker einige Male schön in Szene setzen und schaffte es, dass ihn sein Konkurrent vollständig ernst nahm - alleine das ist schon eine schöne Auszeichnung für unsere erst 15jährige Nachwuchskraft. Da störte auch die erwartete, klare 0:3-Niederlage nicht weiter.

Vorderes Paarkreuz des ATSV beendet Partie

In den zweiten Einzeln des vorderen Paarkreuzes deutete sich dann früh an, dass die Mitte ihre Schläger nicht mehr würde auspacken müssen. Scholer punktete wie schon in der Vorrunde beliebig gegen Markus Dreier, der anerkennen musste, dass ihm die Spielsysteme seiner beiden Gegner an diesem Samstag schlicht überhaupt nicht liegen. Jürgen Becker machte ein gutes Spiel gegen Breyer, besonders vor dem Hintergrund betrachtet, dass Abwehrspieler die letzten Gegner sind, die unsere Nummer 2 auswählen würde, hätte er denn eine Wahl.

So endete die Partie erwartet deutlich für den ATSV; wichtig war die Erkenntnis, dass sich in unserer Mannschaft, in der das Verlieren nun wirklich niemand gewohnt war, auch trotz der sich fortsetzende Niederlagenserie keine Resignation breit macht - im Gegenteil, man hatte nach Spielende noch einen schönen Abend und viel Spaß. So sollte es auch für den Rest der Rückrunde bleiben - egal, gegen wen wir spielen, und egal, mit wem.