DJK Saarlouis-Roden - TV 06 Limbach 3   9:0

Beispiellose Personalmisere - TVL tritt mit nur zwei Stammspielern in Roden an

 
Wenn man kein Glück hat, kommt auch noch Pech dazu, formulierte eins legendär der frühere Stürmer von Bayern München und Borussia Dortmund, Jürgen Wegmann. Dieser Ausspruch passt momentan hinsichtlich der Personalsituation der 3. und 4. Mannschaft wie die Faust aufs Auge. Nicht nur, dass die Dritte ihre Nummer 1, Uli Klicker, dauerhaft ersetzen muss und somit für die Rückrunde de facto nur 5 Stammspieler zur Verfügung hat - zusätzlich gesellen sich nun noch krankheits- und verletzungsbedingte Ausfälle hinzu, so dass man in beiden Mannschaften einige Anstrengungen unternehmen musste, um überhaupt sechs gesunde Spieler zusammen zu suchen.

In der 3. Mannschaft, in der Jürgen Becker nicht mit von der Partie sein konnte und Frank Fuhrmann wegen einer Grippe ausfiel, halfen die Youngster Steffen Keller und Yannik Seewald aus, die somit beide ihr Saarlandliga-Debüt feierten. Man hätte ihnen eines mit einem anderen Ausgang gewünscht. Der 6. Mann war Christian Jungfleisch, der seinen zweiten Saisoneinsatz für die Dritte feierte.

Spannende Doppel, aber kein Punkt für TVL

Um nochmals auf den obigen Spruch zurückzukommen: Zu den bereits erwähnten Ausfällen gesellte sich eine weitere Hiobsbotschaft: Peter Stephan musste nach dem Einspielen feststellen, dass sein Einsatz wegen seiner sich immer weiter verschlimmernden Sehnenscheidenentzündung nur sehr eingeschränkt oder überhaupt nicht möglich sein würde. Er entschied sich dafür, wenigstens noch im Doppel mit Christian Jungfleisch als "Ballhalter" zu engagieren. Kurioserweise zeigte das "Notdoppel" gegen die Rodener 1er-Paarung Miodek/Lion eine ausgezeichnete Partie, und es hätte bei eigenem Satzball im 4. Durchgang nicht viel gefehlt, um die Favoriten in den Entscheidungssatz zu zwingen.
Markus Dreier und Peter Schiestel an Doppel 1 aufgeboten zeigten zunächst zwei Sätze lang gegen Treinen/Geiss eine höchst durchschnittliche Leistung, ehe vor allem Schiestel in den beiden Folgesätzen offensiv gut agierte und so den 5. Satz ermöglichte. Doch hier zogen die Gegner zu schnell davon und zeigten einige gute Bälle, so dass auch hier der Lohn ausblieb. Die Erklärung für seine mäßige Leistung im Doppel hatte Dreier dann angesichts seiner 4:0-Doppelbilanz als "Aushilfe" in der 2. Mannschaft schnell parat: "Ich bin halt ein Oberliga-Doppelspieler."
Steffen Keller und Yannik Seewald hatten es als nächste auf dem Schläger, zumindest für den Limbacher Ehrenpunkt zu sorgen. Doch trotz einer ausgezeichneten Leistung gingen die beiden Nachwuchstalente bei ihrer Premiere leer aus. Fünf Sätze lang lieferten sie sich zum Teil hervorragende Ballwechsel mit Topspin-Gegentopspin-Passagen gegen Sonntag/Loiseleux, und gingen zwischenzeitlich dabei sogar mit 2:1 in Führung. Dank einiger taktischer Umstellungen konnten die Rodener in den beiden Folgesätzen jedoch dominieren und die 3:0-Führung perfekt machen.

Sechs verlorene Einzel sorgen für trostloses Ergebnis

Im ersten Spiel kreuzten Christian Jungfleisch und Dirk Lion die Klingen. War letzterer in der Vorrunde gegen den TVL noch weit unter seinen Möglichkeiten geblieben, unterstrich er nun seine gute Form der letzten Wochen und ließ unserem Materialspieler in drei klaren Sätzen keine Chance. Die hatte auch Markus Dreier gegen Miodek nicht, wenngleich er einen Satzgewinn verbuchen konnte und wie immer unermüdlich um jeden Punkt kämpfte. Doch letzten Endes setzte sich die spielerische Klasse des regionalligaerfahrenen Miodeks durch.

Im mittleren Paarkreuz musste Stephan sein Spiel gegen Treinen kampflos abgeben. Dies konnte man Schiestel gegen Geiss nicht unterstellen, doch am Ende stand wie so oft in dieser Saison eine Niederlage. Dabei konnte der Limbacher phasenweise überzeugen und erspielte sich eine 2:1-Satzführung, aber am Ende musste er nach fünf Sätzen gratulieren. Hier machte sich erneut die mittlerweile 12 Spiele andauernde Niederlagenserie des Limbacher Mannschaftsführers bemerkbar; seit dem 27.09.2008 wartet Schiestel nunmehr auf einen Einzelsieg.

Nun war klar, dass die "Höchststrafe" drohte. Yannik Seewald schickte sich zunächst gegen Sonntag an, diese abzuwenden. Seewald, normalerweise in der Kreisliga im hinteren Paarkreuz aktiv, zeigte gegen den drittbesten Saarlandliga-Akteur der Vorrunde im hinteren Paarkreuz, dass er das Potential für höhere Aufgaben besitzt: Nach einigen Startschwierigkeiten brachte Seewald seinen Gegner ab dem 3. Durchgang gehörig ins Schwitzen, lieferte in langen Duellen tolle Ballwechsel ab und überzeugte auch offensiv. Der Lohn war der Gewinn des 3. Satzes. Leicht hätte es noch mehr werden können, hielt er den 4. Durchgang doch bis zur Mitte ausgeglichen. Erst dann setzte sich die Routine seines Gegners durch und der Sieg ging nach vier Sätzen an Saarlouis-Roden.
Im letzten Spiel des Tages duellierten sich gleich zwei Ersatzspieler: Der junge Loiseleux spielte gegen Steffen Keller, und auch hier entwickelte sich ein sehr ausgeglichenes Duell. Keller konnte den ersten Satz gewinnen, Loiseleux den zweiten. Knackpunkt war der 3. Durchgang, der knapp mit 11:9 an den Rodener ging. Im 4. Satz gab es dann aus Limbacher Sicht nur noch einen Höhepunkt zu bestaunen, als Keller in einem Ballwechsel gleich einen doppelten "Beckerhecht" vollführte, wobei allerdings nur der erste den Ball nochmals auf den Tisch zurück brachte.

Somit musste sich unsere Mannschaft ohne Sieg verabschieden, was sicherlich angesichts zumindest dreier knapper Spiele bitter war; den Ehrenpunkt hätte dieses "letzte Aufgebot" auf jeden Fall verdient gehabt. Doch Jammern hilft nicht, die Personalsituation wird sich in der nächsten Zeit nicht verbessern. So wird die Chance genutzt, unseren Talenten Wettkampferfahrungen auf hohem Niveau zu ermöglichen, was sicherlich auch eine verdiente Belohnung für deren Trainingsfleiß ist.