TV 06 Limbach 3 - TTC Lebach-Thalexweiler   6:9

Schade! TVL beendet trotz großem Kampf die Saison sieglos - "Oldie" Steitz überragt

 
Nun war sie also gekommen, die letzte Chance, in dieser Spielzeit einen Sieg einzufahren. Lediglich drei Unentschieden hatte die 3. Mannschaft bislang in dieser Saison erzielt, und eigentlich wollte keiner der Akteure künftig von sich behaupten müssen, er habe schon einmal zwölf Monate lang vergeblich auf einen Mannschaftssieg gewartet. Doch die Aussichten auf einen versöhnlichen Saisonabschluss wurden am Freitag erheblich getrübt, als das Team erfahren musste, dass Markus Dreier aufgrund einer Verletzung von Sven Lachmund erneut in der 2. Mannschaft würde aushelfen müssen. Da zu allem Überfluss auch noch drei Akteure der 4. Mannschaften mit bereits drei Einsätzen in der Dritten "vorbelastet" waren und sich bei einem 4. Einsatz festgespielt hätten (die 4. Mannschaft hat noch ein Saisonspiel zu absolvieren), entschied man sich, auf den nominell stärksten Ersatzspieler Michael Brunk zu verzichten und "nominierte" dafür den 19jährigen Felix Holzhauser sowie den bald 70jährigen "Vadder" Steitz. Dass die Gäste aus Lebach/Thalexweiler ohne ihre Nummer 1 Marc Finkler antreten mussten, verbesserte die Situation nur unwesentlich.

Doppel-Fehlstart bringt TVL ins Hintertreffen - Pech für Steitz/Holzhauser

Bereits zu Beginn des Spiels schien es, als wolle das Schicksal noch einmal die bisherige Saison resümieren und in einer einzigen Partie zusammenfassen. Die in dieser Saison "obligatorischen" Personalprobleme hatte es vor Spielbeginn bereits gegeben, die charakteristische Doppelschwäche, garniert mit ein wenig Pech und mangelnder Konstanz, folgte gleich im Anschluss. Zwar hatten Jürgen Becker und Frank Fuhrmann gegen das Doppel 2 der Gäste, Heinrich/Andres, wenig auszurichten, doch Christian Jungfleisch und Peter Schiestel zeigten wie schon gegen Saar 05 Saarbrücken, dass sie gut miteinander harmonieren und zwangen Finkler/Ziegler in den Entscheidungssatz. Dort unterlagen die Limbacher jedoch nach frühem Rückstand deutlich, was besonders deswegen bitter war, da sie im 2. Satz bereits die Möglichkeit zu einer vorentscheidenden 2:0-Führung besessen hatten (10:12). Zu allem Überfluss wurde dann der tolle Einsatz und die Moral der Viertmannschafts-Aushilfen "Vadder" Steitz und Felix Holzhauser nicht belohnt, als sie sich nach 0:2-Rückstand im 5. Satz mit 9:11 geschlagen geben mussten.

Jungfleisch, Fuhrmann und Schiestel siegen - "Oldie" Steitz stark

Christian Jungfleisch bekam es in seinem ersten Einzel mit Timo Michaely zu tun. Dieser spielte in den ersten beiden Durchgängen wenig clever gegen das Material seines Kontrahenten, und Jungfleisch bestätigte seinerseits seinen Aufwärtstrend in den letzten Einsätzen. So stand schnell eine beruhigende 2:0-Führung zu Buche. Diese schmolz jedoch rasch dahin, da sich der Lebacher, besser eingestellt von seinen Mannschaftskameraden, nun besser mit den langen Noppen des Limbachers zurechtfand und geduldiger agierte. Die Partie ging in den Entscheidungssatz, auch wenn Jungfleisch bereits im 4. Durchgang vier Matchbälle besaß, um das Spiel zu beenden. Dies holte er dank einer ausgezeichneten Leistung und hoher Konstanz dann im 5. Satz nach, in dem er Michaely keine Chance mehr ließ. Jürgen Becker besaß selbige leider gegen Heinrich auch nicht, zu routiniert trat der Lebacher auf, wenngleich ohne zu glänzen.

Im mittleren Paarkreuz unterstrich Frank Fuhrmann aufs Neue seine Kämpferqualitäten. Chancenlos verlor er die ersten beiden Sätze gegen Ziegler, der knapp gewonnene 3. Satz genügte ihm als Initialzündung, um in den zwei heiß umkämpften Folgesätzen jeweils als Sieger hervorzugehen und somit den zweiten Einzelpunkt für unsere Mannschaft zu besorgen. Als dann auch noch Peter Schiestel, in den vergangenen Wochen lediglich ein Schatten seiner selbst, gegen Dominik Finkler seinen Aufwärtstrend aus dem Spiel gegen Reisbach bestätigte und dem Lebacher in drei Sätzen keine Chance ließ, wusste auch der letzte in der Halle, dass die Mannschaft ihre allerletzte Chance auf Zählbares in dieser Saison ungeachtet aller Personalprobleme nicht ungenutzt verstreichen lassen würde.

"Vadder" Steitz, nur wenige Wochen vor seinem 70. Geburtstag, stellte erneut eindrucksvoll unter Beweis, welch außergewöhnliche Sportlernatur er ist und schaffte gegen den in etwa halb so alten Thomas Engel einen Sieg in fünf nervenaufreibenden Sätzen; im 5. Satz siegte Steitz mit 11:9. Hierbei präsentierte sich unser Senior in den vielen langen Ballwechseln bis zum Schluss topfit und unglaublich beweglich, so dass sich auch weiterhin weitaus jüngere Generationen ein Beispiel an ihm nehmen können. Schade, dass Felix Holzhausers ausgezeichneter zweiter Saarlandliga-Auftritt nicht von Erfolg gekrönt war. Mit seiner vielleicht besten Saisonleistung gelang es ihm gegen den routinierten Udo Andres, einen 0:2-Rückstand wett zu machen. Hierbei glänzte er durch ausgezeichnetes Offensivspiel und (ab dem 3. Durchgang) durch sehr gute Blockbälle, mit denen er seinen Gegner ein ums andere Mal in Verlegenheit brachte. Dass er am Schluss mit 8:11 im 5. Satz verlor, war zum einen einer gewissen Nervosität (Aufschlagfehler bei 8:8), zum anderen der naturgemäß noch mangelnden Erfahrung auf höherem Niveau geschuldet.

Nichts desto trotz hatte sich unsere Mannschaft mit diesen vier Siegen wieder in die Partie zurückgekämpft.

Mittleres Paarkreuz vergibt die Trendwende - Becker überzeugt

Im Duell der Spitzenspieler hatte Christian Jungfleisch gegen den gegen Material äußerst clever spielenden Alois Heinrich nichts auszurichten und musste sich erwartungsgemäß geschlagen geben. Dies traf jedoch nicht auf Jürgen Becker zu, der dank einer taktisch klug geführten Partie in fünf Sätzen gegen Michaely die Oberhand behielt und somit seinen zweiten Saisonsieg im vorderen Paarkreuz feiern durfte.

Das mittlere Paarkreuz der Limbacher hatte nun die große Chancen, die Mannschaft erstmals in diesem Spiel in Führung zu bringen, was nach den zuvor gezeigten Leistungen so unrealistisch nicht schien. Doch auch in diesen Spielen konnte man wieder beobachten, was in dieser Saison durchweg gefehlt hatte: Das berühmte Quentchen sowie zumindest die Abwesenheit von Pech. So kämpfte Frank Fuhrmann gegen Finkler erneut aufopferungsvoll, egalisierte zweimal einen Satzrückstand, um dann am Ende aber mit 9:11 im Entscheidungssatz zu verlieren. Noch schlimmer erwischte es Schiestel nach seiner zuvor gezeigten guten Leistung: Gegen Ziegler hielt er die Partie zwei Sätze lang offen, wenngleich er spielerisch nicht an die erste Partie anknüpfen konnte. Dann zerrte er sich im Verlaufe des 3. Satzes im Rücken, was im folgenden die Partie zwar nicht entschied, aber seinen Teil zu ihrem Ausgang beitrug; die zwei Folgesätze gingen klar an Ziegler.

Ein wenig Hoffnung bereitete der Mannschaft dann erneut "Vadder" Steitz. Nervenstark gewann er gegen Andres die ersten beiden Sätze mit 11:9, gestattete sich dann im 3. Durchgang einen kleinen Durchhänger, um dann im 4. Satz umso stärker zurückzuschlagen und die Partie letzten Endes deutlich für sich zu entscheiden. Felix Holzhauser konnte im folgenden gegen Engel nicht an seine Leistungen aus dem ersten Spiel anknüpfen, was jedoch fast ausschließlich an der gezeigten Rückschlagschwäche lag, ohne die Engel die Partie wahrscheinlich nicht gewonnen hätte.

Doch da das Leben nun einmal nicht im Konjunktiv stattfindet, belegt unsere Mannschaft am Ende dieser Saison einen leistungsgerechten Tabellenplatz. Dass wir die Klasse ohne Sieg verlassen müssen, tut zwar weh, war aber unter den bekannten Umständen nicht zu verhindern. Trotzdem hielten uns unsere Fans Gabi, Jessica, Hans-Joachim und Ben die Treue und unterstützen uns in fast jedem Spiel. Hierfür seitens der Mannschaft ein großes Dankeschön!
Eines ist sicher: Was Kampfgeist und vor allem Moral angehen, hätten wir uns sicherlich einen Platz im vorderen Drittel erspielt. Es verdient Anerkennung, dass alle die Saison trotz aller Widrigkeiten mit vollem Einsatz beendet haben und sich nie hängen ließen. Die Tatsache, dass man nach all den Niederlagen nach jedem Spiel immer noch viel Spaß beim gemeinsamen Zusammensitzen hatte und sich hiervon nie die Stimmung vermiesen ließ, ist sicherlich nicht selbstverständlich. Daher möchte ich an dieser Stelle meinen Mannschaftskameraden ein großes Lob aussprechen und bin mir sicher, dass jeder Einzelne in der kommenden Saison wieder erfolgreichen Zeiten entgegenblicken kann.

Autor: Sci