|
Nun war sie also gekommen, die letzte
Chance, in dieser Spielzeit einen Sieg
einzufahren. Lediglich drei Unentschieden
hatte die 3. Mannschaft bislang in dieser
Saison erzielt, und eigentlich wollte keiner
der Akteure künftig von sich behaupten
müssen, er habe schon einmal zwölf Monate
lang vergeblich auf einen Mannschaftssieg
gewartet. Doch die Aussichten auf einen
versöhnlichen Saisonabschluss wurden am
Freitag erheblich getrübt, als das Team
erfahren musste, dass Markus Dreier aufgrund
einer Verletzung von Sven Lachmund erneut in
der 2. Mannschaft würde aushelfen müssen. Da
zu allem Überfluss auch noch drei Akteure
der 4. Mannschaften mit bereits drei
Einsätzen in der Dritten "vorbelastet" waren
und sich bei einem 4. Einsatz festgespielt
hätten (die 4. Mannschaft hat noch ein
Saisonspiel zu absolvieren), entschied man
sich, auf den nominell stärksten
Ersatzspieler Michael Brunk zu verzichten
und "nominierte" dafür den 19jährigen Felix
Holzhauser sowie den bald 70jährigen "Vadder"
Steitz. Dass die Gäste aus Lebach/Thalexweiler
ohne ihre Nummer 1 Marc Finkler antreten
mussten, verbesserte die Situation nur
unwesentlich. Doppel-Fehlstart bringt
TVL ins Hintertreffen - Pech für Steitz/Holzhauser
Bereits zu Beginn des Spiels schien es,
als wolle das Schicksal noch einmal die
bisherige Saison resümieren und in einer
einzigen Partie zusammenfassen. Die in
dieser Saison "obligatorischen"
Personalprobleme hatte es vor Spielbeginn
bereits gegeben, die charakteristische
Doppelschwäche, garniert mit ein wenig Pech
und mangelnder Konstanz, folgte gleich im
Anschluss. Zwar hatten Jürgen Becker und
Frank Fuhrmann gegen das Doppel 2 der Gäste,
Heinrich/Andres, wenig auszurichten, doch
Christian Jungfleisch und Peter Schiestel
zeigten wie schon gegen Saar 05 Saarbrücken,
dass sie gut miteinander harmonieren und
zwangen Finkler/Ziegler in den
Entscheidungssatz. Dort unterlagen die
Limbacher jedoch nach frühem Rückstand
deutlich, was besonders deswegen bitter war,
da sie im 2. Satz bereits die Möglichkeit zu
einer vorentscheidenden 2:0-Führung besessen
hatten (10:12). Zu allem Überfluss wurde
dann der tolle Einsatz und die Moral der
Viertmannschafts-Aushilfen "Vadder" Steitz
und Felix Holzhauser nicht belohnt, als sie
sich nach 0:2-Rückstand im 5. Satz mit 9:11
geschlagen geben mussten.
Jungfleisch, Fuhrmann und Schiestel
siegen - "Oldie" Steitz stark
Christian Jungfleisch bekam es in seinem
ersten Einzel mit Timo Michaely zu tun.
Dieser spielte in den ersten beiden
Durchgängen wenig clever gegen das Material
seines Kontrahenten, und Jungfleisch
bestätigte seinerseits seinen Aufwärtstrend
in den letzten Einsätzen. So stand schnell
eine beruhigende 2:0-Führung zu Buche. Diese
schmolz jedoch rasch dahin, da sich der
Lebacher, besser eingestellt von seinen
Mannschaftskameraden, nun besser mit den
langen Noppen des Limbachers zurechtfand und
geduldiger agierte. Die Partie ging in den
Entscheidungssatz, auch wenn Jungfleisch
bereits im 4. Durchgang vier Matchbälle
besaß, um das Spiel zu beenden. Dies holte
er dank einer ausgezeichneten Leistung und
hoher Konstanz dann im 5. Satz nach, in dem
er Michaely keine Chance mehr ließ. Jürgen
Becker besaß selbige leider gegen Heinrich
auch nicht, zu routiniert trat der Lebacher
auf, wenngleich ohne zu glänzen.
Im mittleren Paarkreuz unterstrich Frank
Fuhrmann aufs Neue seine Kämpferqualitäten.
Chancenlos verlor er die ersten beiden Sätze
gegen Ziegler, der knapp gewonnene 3. Satz
genügte ihm als Initialzündung, um in den
zwei heiß umkämpften Folgesätzen jeweils als
Sieger hervorzugehen und somit den zweiten
Einzelpunkt für unsere Mannschaft zu
besorgen. Als dann auch noch Peter Schiestel,
in den vergangenen Wochen lediglich ein
Schatten seiner selbst, gegen Dominik
Finkler seinen Aufwärtstrend aus dem Spiel
gegen Reisbach bestätigte und dem Lebacher
in drei Sätzen keine Chance ließ, wusste
auch der letzte in der Halle, dass die
Mannschaft ihre allerletzte Chance auf
Zählbares in dieser Saison ungeachtet aller
Personalprobleme nicht ungenutzt
verstreichen lassen würde.
"Vadder" Steitz, nur wenige Wochen vor
seinem 70. Geburtstag, stellte erneut
eindrucksvoll unter Beweis, welch
außergewöhnliche Sportlernatur er ist und
schaffte gegen den in etwa halb so alten
Thomas Engel einen Sieg in fünf
nervenaufreibenden Sätzen; im 5. Satz siegte
Steitz mit 11:9. Hierbei präsentierte sich
unser Senior in den vielen langen
Ballwechseln bis zum Schluss topfit und
unglaublich beweglich, so dass sich auch
weiterhin weitaus jüngere Generationen ein
Beispiel an ihm nehmen können. Schade, dass
Felix Holzhausers ausgezeichneter zweiter
Saarlandliga-Auftritt nicht von Erfolg
gekrönt war. Mit seiner vielleicht besten
Saisonleistung gelang es ihm gegen den
routinierten Udo Andres, einen 0:2-Rückstand
wett zu machen. Hierbei glänzte er durch
ausgezeichnetes Offensivspiel und (ab dem 3.
Durchgang) durch sehr gute Blockbälle, mit
denen er seinen Gegner ein ums andere Mal in
Verlegenheit brachte. Dass er am Schluss mit
8:11 im 5. Satz verlor, war zum einen einer
gewissen Nervosität (Aufschlagfehler bei
8:8), zum anderen der naturgemäß noch
mangelnden Erfahrung auf höherem Niveau
geschuldet.
Nichts desto trotz hatte sich unsere
Mannschaft mit diesen vier Siegen wieder in
die Partie zurückgekämpft.
Mittleres Paarkreuz vergibt die
Trendwende - Becker überzeugt
Im Duell der Spitzenspieler hatte
Christian Jungfleisch gegen den gegen
Material äußerst clever spielenden Alois
Heinrich nichts auszurichten und musste sich
erwartungsgemäß geschlagen geben. Dies traf
jedoch nicht auf Jürgen Becker zu, der dank
einer taktisch klug geführten Partie in fünf
Sätzen gegen Michaely die Oberhand behielt
und somit seinen zweiten Saisonsieg im
vorderen Paarkreuz feiern durfte.
Das mittlere Paarkreuz der Limbacher
hatte nun die große Chancen, die Mannschaft
erstmals in diesem Spiel in Führung zu
bringen, was nach den zuvor gezeigten
Leistungen so unrealistisch nicht schien.
Doch auch in diesen Spielen konnte man
wieder beobachten, was in dieser Saison
durchweg gefehlt hatte: Das berühmte
Quentchen sowie zumindest die Abwesenheit
von Pech. So kämpfte Frank Fuhrmann gegen
Finkler erneut aufopferungsvoll, egalisierte
zweimal einen Satzrückstand, um dann am Ende
aber mit 9:11 im Entscheidungssatz zu
verlieren. Noch schlimmer erwischte es
Schiestel nach seiner zuvor gezeigten guten
Leistung: Gegen Ziegler hielt er die Partie
zwei Sätze lang offen, wenngleich er
spielerisch nicht an die erste Partie
anknüpfen konnte. Dann zerrte er sich im
Verlaufe des 3. Satzes im Rücken, was im
folgenden die Partie zwar nicht entschied,
aber seinen Teil zu ihrem Ausgang beitrug;
die zwei Folgesätze gingen klar an Ziegler.
Ein wenig Hoffnung bereitete der
Mannschaft dann erneut "Vadder" Steitz.
Nervenstark gewann er gegen Andres die
ersten beiden Sätze mit 11:9, gestattete
sich dann im 3. Durchgang einen kleinen
Durchhänger, um dann im 4. Satz umso stärker
zurückzuschlagen und die Partie letzten
Endes deutlich für sich zu entscheiden.
Felix Holzhauser konnte im folgenden gegen
Engel nicht an seine Leistungen aus dem
ersten Spiel anknüpfen, was jedoch fast
ausschließlich an der gezeigten
Rückschlagschwäche lag, ohne die Engel die
Partie wahrscheinlich nicht gewonnen hätte.
Doch da das Leben nun einmal nicht im
Konjunktiv stattfindet, belegt unsere
Mannschaft am Ende dieser Saison einen
leistungsgerechten Tabellenplatz. Dass wir
die Klasse ohne Sieg verlassen müssen, tut
zwar weh, war aber unter den bekannten
Umständen nicht zu verhindern. Trotzdem
hielten uns unsere Fans Gabi, Jessica,
Hans-Joachim und Ben die Treue und unterstützen
uns in fast jedem Spiel. Hierfür seitens der
Mannschaft ein großes Dankeschön! Eines ist
sicher: Was Kampfgeist und vor allem Moral
angehen, hätten wir uns sicherlich einen
Platz im vorderen Drittel erspielt. Es
verdient Anerkennung, dass alle die Saison
trotz aller Widrigkeiten mit vollem Einsatz
beendet haben und sich nie hängen ließen.
Die Tatsache, dass man nach all den
Niederlagen nach jedem Spiel immer noch viel
Spaß beim gemeinsamen Zusammensitzen hatte
und sich hiervon nie die Stimmung vermiesen
ließ, ist sicherlich nicht
selbstverständlich. Daher möchte ich an
dieser Stelle meinen Mannschaftskameraden
ein großes Lob aussprechen und bin mir
sicher, dass jeder Einzelne in der kommenden
Saison wieder erfolgreichen Zeiten
entgegenblicken kann.
Autor:
Sci
|