TTC Schwarzenholz - TV 06 Limbach 3   8:8

Sensationeller Punktgewinn gegen neuen "Lieblingsgegner" - Mitte als Matchwinner

 
Klar wird vor solch einem Spiel der ein oder andere Scherz gemacht. "Gegen die haben wir in der Vorrunde ja auch unentschieden gespielt", "die liegen uns", "das wird bestimmt ein enges Spiel" - all das waren Statements, die meist mit einem Augenzwinkern abgegeben wurden, hatte man doch in der Woche zuvor 0:9 gegen Saarlouis-Roden gespielt, und nun war im Gegensatz zur Vorrunde in der Partie gegen Schwarzenholz die etatmäßige Nummer 2, Christian Hinke, wieder am Start. Der TVL musste dagegen, anders als noch vor drei Monaten, auf Uli Klicker verzichten; für ihn sprang Christian Jungfleisch in die Bresche. Den verletzten Peter Stephan ersetzte Nachwuchstalent Steffen Keller. Also alles andere als gleiche Vorzeichen im Vergleich zur Vorrunde. Dass am Ende dennoch dasselbe Resultat heraussprang, war angesichts der im Nachhinein dann doch berechtigten frech-trotzigen Kampfansagen vor Spielbeginn umso schöner.

Fuhrmann/Becker verhindern Fehlstart in den Doppeln

In den Doppeln war klar, dass man angesichts des Fehlens des besten Doppelspielers - Peter Stephan - keine wirklich überragenden Kombinationen zusammen stellen könnte. Also versuchten sich Markus Dreier und Christian Jungfleisch auf Doppel 1, mussten aber der Paarung Jungmann/Welsch T. gratulieren. Frank Fuhrmann und Jürgen Becker sahen sich auf Doppel 2 dem erfahrenen und eingespielten Spitzendoppel des Gegners, Hinke/Schumacher gegenüber. Unsere Jungs zeigten eine tolle Moral und großen Kampfgeist, ließen sich auch von einem 1:2-Satzrückstand nicht entmutigen und siegte noch im 5. Satz. Dies war umso wichtiger, da Peter Schiestel und Steffen Keller auf Doppel 3 Welsch J./Becker unterlagen, wenngleich hier zwischenzeitlich auch mehr drin gewesen wäre. Nur knapp ging der vorentscheidende 3. Satz mit 11:13 verloren, und dass es nicht zu einem Sieg reichte, war nicht dem jungen Keller geschuldet.

Dreier setzt Ausrufezeichen gegen Jungmann - starke Mitte legt nach

Im ersten Spiel des Tages sah sich Markus Dreier mit Spitzenspieler Thomas Jungmann konfrontiert. Nach einem glatten Sieg im 1. Satz stellte sich der Schwarzenholzer immer besser auf Dreiers Spiel ein und gewann seinerseits die beiden Folgesätze ebenso klar. Doch Dreier wäre nicht Dreier, hätte er nicht weiterhin mit seiner unnachahmlichen Kampfkraft dagegen gehalten. Allerdings machte er es nochmals ganz spannend, als er im 5. Satz eine 9:4-Führung verspielte. Doch beim Stande von 9:9 und eigenem Aufschlag unterliefen dem zwischenzeitlich fehlerlos agierenden Jungmann zwei leichte Rückschlagfehler, die den Sieg unserer Nummer 2 bedeuteten. Nicht so gut lief es dagegen für Christian Jungfleisch gegen Christian Hinke. Der Schwarzenholzer hatte nur anfangs des 1. Satzes Probleme mit dem Noppenspiel unserer Nummer 1, danach zog er souverän davon und gewann sicher.

Im Anschluss ließ das mittlere Paarkreuz aufhorchen. Bereits im Doppel war zu erkennen, dass Frank Fuhrmann einen seiner berühmten "heute-geht-alles-Tage" erwischt hatte. Nun, im Einzel gegen einen keinesfalls schlecht spielenden Jörn Welsch, sorgte er für Highlights in Serie. Rückhand-Topspin überm Tisch, Vorhand-Gegentopspin, gelegentlich sogar Blockbälle - Fuhrmann zeigte eine beeindruckende Vorstellung und siegte völlig verdient ohne Satzverlust. Weitaus mehr zu kämpfen hatte Jürgen Becker am Nebentisch gegen seinen Namensvetter Frank. Nach dem knappen Gewinn des 1. Satzes geriet Becker mit 1:2 in Rückstand, kämpfte sich aber wieder heran und entschied den 4. Satz nach mehreren vergebenen Satzbällen nervenstark für sich. Der 5. Durchgang war dann eine mehr oder weniger klare Angelegenheit für unseren Routinier und Ballhochwurfexperten.

Im hinteren Paarkreuz wurde Steffen Keller gegen Thorsten Welsch eine undankbare Aufgabe zuteil, war der Schwarzenholzer doch in der Rückrunde noch ohne Niederlage und ein nur schwer zu besiegender Gegner. Doch Keller spielte gut mit und hielt die Sätze lange ausgeglichen. Am Ende setzte sich dennoch der routinierte Spieler durch, besonders gegen die starke Rückhand Welschs fand Keller oft kein Konzept. Peter Schiestel schickte sich im Anschluss an, seine schwarze Niederlagenserie gegen Schumacher zu durchbrechen. Doch zu Beginn sah es nicht so aus, als würde dies gelingen. Verunsichert wie in den letzten Wochen und mit horrender Fehlerquote bei den einfachsten Bällen gelang es Schiestel nicht, sich im 1. Satz gegen Schumacher zu behaupten. Erst, nachdem der Limbacher sich in Folge ein Herz gefasst und beschlossen hatte, wenn er schon verlieren sollte, könnte er dies wenigstens mit Angriffstischtennis tun, drehte sich die Partie. Knackpunkt war der erlösende 2. Satz, den Schiestel mit 16:14 gewinnen konnte - in den letzten Monaten war er aus diesen Situationen stets als Verlierer hervorgegangen. Wesentlich lockerer und befreiter bestritt der Limbacher nun die nächsten Sätze und konnte sich am Ende mit 3:1 durchsetzen.

Somit führte man nach dem ersten Durchgang trotz der negativen Doppelausbeute mit 5:4.

"Doppelpacks" von Fuhrmann, Becker und Schiestel bringen TVL das dritte Saisonunentschieden

Im vorderen Paarkreuz wurde der Sturmlauf des TVL in den Einzeln nun erst einmal gestoppt. Christian Hinke und Thomas Jungmann ließen in ihren Partien gegen Dreier bzw. Jungfleisch nie einen Zweifel aufkommen, wer die Spiele denn wohl gewinnen würde. Ohne Satzverluste gingen die Punkte hier an den TTC. Doch das mittlere Paarkreuz sollte in Folge zum Matchwinner avancieren.

Zunächst trat Jürgen Becker gegen Jörn Welsch an, und besonders im 1. Satz gab es etliche heikle Ballwechsel zu überstehen, ehe Becker mit 12:10 als Sieger den Tisch verließ. Routiniert und sicher zog er dann in den nächsten Sätzen konsequent sein Spiel durch und platzierte seinen Gegner vor allem mit seiner unangenehmen Noppen-Rückhand immer wieder aus. Das 3:0 war der verdiente Lohn. Mit dem gleichen Ergebnis setzte sich Fuhrmann parallel gegen Frank Becker durch. Auch wenn hier zumindest zwei der drei Sätze knapp verliefen, hatte man auf Limbacher Seite nie das Gefühl, dass die neu erstarkte Nummer 4 dieses Spiel verlieren könnte. "Endlich spielt er mal so wie bei den Senioren", konnte sich Markus Dreier einen kleinen Seitenhieb angesichts Fuhrmanns toller Bilanz in der Senioren-Saarlandliga nicht verkneifen.

Doch ein Punkt fehlte noch, um Zählbares in die Heimat mitnehmen zu können, und es war alles andere als sicher, ob dieser noch erspielt werden könnte. Peter Schiestel musste gegen den nicht einfach zu spielenden Thorsten Welsch antreten, und bereits in der Vorrunde hatte er schon scheinbar aussichtslos zurückgelegen, ehe er die Partie doch noch drehen konnte. Dieses Mal legte Schiestel einen furiosen Start hin, traf jeden Ball und führte zwischenzeitlich mit 7:0. Doch nach dem Gewinn dieses Satzes stellte der Schwarzenholzer seine Qualitäten unter Beweis, stellte sich taktisch um und gewann die nächsten beiden Durchgänge ungefährdet. Der 4. Satz war dann ein Nervenspiel, das Schiestel am Ende knapp mit 11:9 gewinnen konnte. Im 5. Satz agierte der Limbacher dann endlich konstant bei eigenem und gegnerischem Aufschlagspiel clever und gewann klar. Allerdings sollte an dieser Stelle angemerkt werden, dass Schiestel in den letzten beiden Sätzen genau das Glück in Form von Netzrollern und Kantenbällen hatte, das die ganze Saison über gefehlt hatte. Der Mannschaft war's selbstredend egal, man feierte jetzt schon den unerwarteten Punktgewinn.
Doch parallel hierzu hatte Steffen Keller noch die große Chance, mit dem 9. Punkt das bislang Erreichte noch zu vergolden. Und kurze Zeit schien es, als könne sich der Youngster in seinem zweiten Saarlandligaspiel zum Helden aufschwingen. Dank einer tollen Leistung führte er bereits mit 2:1 Sätzen gegen Schumacher. Doch dessen beinahe schon sprichwörtlicher Kampfgeist ("Auf-Schumi!") machte dem TVL einen Strich durch die Rechnung. Dank einer Leistungssteigerung konnte der Schwarzenholzer noch die nächsten beiden Sätze gewinnen, und das Schlussdoppel musste über Sieg oder Unentschieden entscheiden.

Allerdings gingen Dreier/Jungfleisch als klare Außenseiter gegen Hinke/Schumacher in die Partie. Umso mehr überraschte es, dass die beiden Limbacher anfangs absolut ebenbürtig waren und den ersten Satz nur unglücklich verloren. Durchgang 2 ging dann an den TVL, ehe Hinke und Schumacher ihre Klasse ausspielten und die Partie am Ende mit 3:1 gewannen.

Somit endete das Spiel schiedlich-friedlich mit 8:8, und vielleicht war es so, wie Thomas Jungmann nach Spielende anmerkte: "Unentschieden ist genau das richtige Ergebnis." Hinterher begoss man den dritten Punktgewinn der Saison noch im Schwarzenholzer Clubheim, anschließend begleitete noch die Hälfte der Limbacher Mannschaft (Dreier, Schiestel, Keller) die Gastgeber in eine Kneipe im Dorf, wo man die Tanzkünste Thorsten Welschs bestaunen durfte und noch eine Menge Spaß hatte, ehe man sich gegen drei Uhr auf den Heimweg machte.

Insgesamt war es ein tolles Spiel und ein toller Abend insgesamt mit einer sehr sympathischen Mannschaft, und nicht nur ergebnistechnisch könnte man Markus Dreiers Anliegen kurz nach Spielende vollends unterstützen: "Können wir nicht immer gegen Schwarzenholz spielen?"