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Klar wird vor solch einem Spiel der ein oder
andere Scherz gemacht. "Gegen die haben wir
in der Vorrunde ja auch unentschieden
gespielt", "die liegen uns", "das wird
bestimmt ein enges Spiel" - all das waren
Statements, die meist mit einem
Augenzwinkern abgegeben wurden, hatte man
doch in der Woche zuvor 0:9 gegen
Saarlouis-Roden gespielt, und nun war im
Gegensatz zur Vorrunde in der Partie gegen
Schwarzenholz die etatmäßige Nummer 2,
Christian Hinke, wieder am Start. Der TVL
musste dagegen, anders als noch vor drei
Monaten, auf Uli Klicker verzichten; für ihn
sprang Christian Jungfleisch in die Bresche.
Den verletzten Peter Stephan ersetzte
Nachwuchstalent Steffen Keller. Also alles
andere als gleiche Vorzeichen im Vergleich
zur Vorrunde. Dass am Ende dennoch dasselbe
Resultat heraussprang, war angesichts der im
Nachhinein dann doch berechtigten
frech-trotzigen Kampfansagen vor Spielbeginn
umso schöner.
Fuhrmann/Becker verhindern Fehlstart
in den Doppeln
In den Doppeln war klar, dass man
angesichts des Fehlens des besten
Doppelspielers - Peter Stephan - keine
wirklich überragenden Kombinationen zusammen
stellen könnte. Also versuchten sich Markus
Dreier und Christian Jungfleisch auf Doppel
1, mussten aber der Paarung Jungmann/Welsch
T. gratulieren. Frank Fuhrmann und Jürgen
Becker sahen sich auf Doppel 2 dem
erfahrenen und eingespielten Spitzendoppel
des Gegners, Hinke/Schumacher gegenüber.
Unsere Jungs zeigten eine tolle Moral und
großen Kampfgeist, ließen sich auch von
einem 1:2-Satzrückstand nicht entmutigen und
siegte noch im 5. Satz. Dies war umso
wichtiger, da Peter Schiestel und Steffen
Keller auf Doppel 3 Welsch J./Becker
unterlagen, wenngleich hier zwischenzeitlich
auch mehr drin gewesen wäre. Nur knapp ging
der vorentscheidende 3. Satz mit 11:13
verloren, und dass es nicht zu einem Sieg
reichte, war nicht dem jungen Keller geschuldet.
Dreier setzt Ausrufezeichen gegen
Jungmann - starke Mitte legt nach
Im ersten Spiel des Tages sah sich Markus
Dreier mit Spitzenspieler Thomas Jungmann
konfrontiert. Nach einem glatten Sieg im 1.
Satz stellte sich der Schwarzenholzer immer
besser auf Dreiers Spiel ein und gewann
seinerseits die beiden Folgesätze ebenso
klar. Doch Dreier wäre nicht Dreier, hätte
er nicht weiterhin mit seiner
unnachahmlichen Kampfkraft dagegen gehalten.
Allerdings machte er es nochmals ganz
spannend, als er im 5. Satz eine 9:4-Führung
verspielte. Doch beim Stande von 9:9 und
eigenem Aufschlag unterliefen dem
zwischenzeitlich fehlerlos agierenden
Jungmann zwei leichte Rückschlagfehler, die
den Sieg unserer Nummer 2 bedeuteten. Nicht
so gut lief es dagegen für Christian
Jungfleisch gegen Christian Hinke. Der
Schwarzenholzer hatte nur anfangs des 1.
Satzes Probleme mit dem Noppenspiel unserer
Nummer 1, danach zog er souverän davon und
gewann sicher.
Im Anschluss ließ das mittlere Paarkreuz
aufhorchen. Bereits im Doppel war zu
erkennen, dass Frank Fuhrmann einen seiner
berühmten "heute-geht-alles-Tage" erwischt
hatte. Nun, im Einzel gegen einen
keinesfalls schlecht spielenden Jörn Welsch,
sorgte er für Highlights in Serie.
Rückhand-Topspin überm Tisch,
Vorhand-Gegentopspin, gelegentlich sogar
Blockbälle - Fuhrmann zeigte eine
beeindruckende Vorstellung und siegte völlig
verdient ohne Satzverlust. Weitaus mehr zu
kämpfen hatte Jürgen Becker am Nebentisch
gegen seinen Namensvetter Frank. Nach dem
knappen Gewinn des 1. Satzes geriet Becker
mit 1:2 in Rückstand, kämpfte sich aber
wieder heran und entschied den 4. Satz nach
mehreren vergebenen Satzbällen nervenstark
für sich. Der 5. Durchgang war dann eine
mehr oder weniger klare Angelegenheit für
unseren Routinier und Ballhochwurfexperten.
Im hinteren Paarkreuz wurde Steffen
Keller gegen Thorsten Welsch eine undankbare
Aufgabe zuteil, war der Schwarzenholzer doch
in der Rückrunde noch ohne Niederlage und
ein nur schwer zu besiegender Gegner. Doch
Keller spielte gut mit und hielt die Sätze
lange ausgeglichen. Am Ende setzte sich
dennoch der routinierte Spieler durch,
besonders gegen die starke Rückhand Welschs
fand Keller oft kein Konzept. Peter
Schiestel schickte sich im Anschluss an,
seine schwarze Niederlagenserie gegen
Schumacher zu durchbrechen. Doch zu Beginn
sah es nicht so aus, als würde dies
gelingen. Verunsichert wie in den letzten
Wochen und mit horrender Fehlerquote bei den
einfachsten Bällen gelang es Schiestel
nicht, sich im 1. Satz gegen Schumacher zu
behaupten. Erst, nachdem der Limbacher sich
in Folge ein Herz gefasst und beschlossen
hatte, wenn er schon verlieren sollte,
könnte er dies wenigstens mit
Angriffstischtennis tun, drehte sich die
Partie. Knackpunkt war der erlösende 2.
Satz, den Schiestel mit 16:14 gewinnen
konnte - in den letzten Monaten war er aus
diesen Situationen stets als Verlierer
hervorgegangen. Wesentlich lockerer und
befreiter bestritt der Limbacher nun die
nächsten Sätze und konnte sich am Ende mit
3:1 durchsetzen.
Somit führte man nach dem ersten
Durchgang trotz der negativen Doppelausbeute
mit 5:4.
"Doppelpacks" von Fuhrmann, Becker und
Schiestel bringen TVL das dritte
Saisonunentschieden
Im vorderen Paarkreuz wurde der Sturmlauf
des TVL in den Einzeln nun erst einmal
gestoppt. Christian Hinke und Thomas
Jungmann ließen in ihren Partien gegen
Dreier bzw. Jungfleisch nie einen Zweifel
aufkommen, wer die Spiele denn wohl gewinnen
würde. Ohne Satzverluste gingen die Punkte
hier an den TTC. Doch das mittlere Paarkreuz
sollte in Folge zum Matchwinner avancieren.
Zunächst trat Jürgen Becker gegen Jörn
Welsch an, und besonders im 1. Satz gab es
etliche heikle Ballwechsel zu überstehen,
ehe Becker mit 12:10 als Sieger den Tisch
verließ. Routiniert und sicher zog er dann
in den nächsten Sätzen konsequent sein Spiel
durch und platzierte seinen Gegner vor allem
mit seiner unangenehmen Noppen-Rückhand
immer wieder aus. Das 3:0 war der verdiente
Lohn. Mit dem gleichen Ergebnis setzte sich
Fuhrmann parallel gegen Frank Becker durch.
Auch wenn hier zumindest zwei der drei Sätze
knapp verliefen, hatte man auf Limbacher
Seite nie das Gefühl, dass die neu erstarkte
Nummer 4 dieses Spiel verlieren könnte.
"Endlich spielt er mal so wie bei den
Senioren", konnte sich Markus Dreier einen
kleinen Seitenhieb angesichts Fuhrmanns
toller Bilanz in der Senioren-Saarlandliga
nicht verkneifen.
Doch ein Punkt fehlte noch, um Zählbares
in die Heimat mitnehmen zu können, und es
war alles andere als sicher, ob dieser noch
erspielt werden könnte. Peter Schiestel
musste gegen den nicht einfach zu spielenden
Thorsten Welsch antreten, und bereits in der
Vorrunde hatte er schon scheinbar
aussichtslos zurückgelegen, ehe er die
Partie doch noch drehen konnte. Dieses Mal
legte Schiestel einen furiosen Start hin,
traf jeden Ball und führte zwischenzeitlich
mit 7:0. Doch nach dem Gewinn dieses Satzes
stellte der Schwarzenholzer seine Qualitäten
unter Beweis, stellte sich taktisch um und
gewann die nächsten beiden Durchgänge
ungefährdet. Der 4. Satz war dann ein
Nervenspiel, das Schiestel am Ende knapp mit
11:9 gewinnen konnte. Im 5. Satz agierte der
Limbacher dann endlich konstant bei eigenem
und gegnerischem Aufschlagspiel clever und
gewann klar. Allerdings sollte an dieser
Stelle angemerkt werden, dass Schiestel in
den letzten beiden Sätzen genau das Glück in
Form von Netzrollern und Kantenbällen hatte,
das die ganze Saison über gefehlt hatte. Der
Mannschaft war's selbstredend egal, man
feierte jetzt schon den unerwarteten
Punktgewinn. Doch parallel hierzu hatte
Steffen Keller noch die große Chance, mit
dem 9. Punkt das bislang Erreichte noch zu
vergolden. Und kurze Zeit schien es, als
könne sich der Youngster in seinem zweiten
Saarlandligaspiel zum Helden aufschwingen.
Dank einer tollen Leistung führte er bereits
mit 2:1 Sätzen gegen Schumacher. Doch dessen
beinahe schon sprichwörtlicher Kampfgeist ("Auf-Schumi!")
machte dem TVL einen Strich durch die
Rechnung. Dank einer Leistungssteigerung
konnte der Schwarzenholzer noch die nächsten
beiden Sätze gewinnen, und das Schlussdoppel
musste über Sieg oder Unentschieden
entscheiden.
Allerdings gingen Dreier/Jungfleisch als
klare Außenseiter gegen Hinke/Schumacher in
die Partie. Umso mehr überraschte es, dass
die beiden Limbacher anfangs absolut
ebenbürtig waren und den ersten Satz nur
unglücklich verloren. Durchgang 2 ging dann
an den TVL, ehe Hinke und Schumacher ihre
Klasse ausspielten und die Partie am Ende
mit 3:1 gewannen.
Somit endete das Spiel
schiedlich-friedlich mit 8:8, und vielleicht
war es so, wie Thomas Jungmann nach
Spielende anmerkte: "Unentschieden ist genau
das richtige Ergebnis." Hinterher begoss man
den dritten Punktgewinn der Saison noch im
Schwarzenholzer Clubheim, anschließend
begleitete noch die Hälfte der Limbacher
Mannschaft (Dreier, Schiestel, Keller) die
Gastgeber in eine Kneipe im Dorf, wo man die
Tanzkünste Thorsten Welschs bestaunen durfte
und noch eine Menge Spaß hatte, ehe man sich
gegen drei Uhr auf den Heimweg machte.
Insgesamt war es ein tolles Spiel und ein
toller Abend insgesamt mit einer sehr
sympathischen Mannschaft, und nicht nur
ergebnistechnisch könnte man Markus Dreiers
Anliegen kurz nach Spielende vollends
unterstützen: "Können wir nicht immer gegen
Schwarzenholz spielen?"
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