TuS Bliesransbach - TV 06 Limbach 3   8:8

Gerechtes Unentschieden nach einem packenden Kampf - Mitte erneut Matchwinner

 

Nach dem TTC Lautzkirchen wartete im Nachholspiel gegen die TuS Bliesransbach gleich der nächste schwere Prüfstein auf unsere 3. Mannschaft. Die Mannen aus dem Südsaarkreis waren mit zwei Siegen - einer davon über den starken TV Merchweiler - glänzend in die Saison gestartet, so dass aller Respekt vonnöten war. Es war also angerichtet für ein weiteres Spitzenspiel, aus dem man, wie schon gegen Lautzkirchen, selbstredend nicht als Verlierer hervorgehen wollte. Und nicht nur die Erwartungen an die Qualität und die Spannung des Spiels wurden erfüllt, die Partie fand am Ende auch ein gerechtes Ergebnis.

Doppelstart glückt auf die etwas andere Art und Weise

In den Doppeln wartete Bliesransbach gleich mit der ersten Überraschung auf. Man stellte das nominell vielleicht sogar stärkste Doppel Schäfer/Kuntz, die sich als Rechts-Links-Kombination hervorragend ergänzten, "nur" auf Position drei und gab damit als Marschroute aus, zumindest diese Partie zu gewinnen. Leidtragende dieser Strategie waren auf Limbacher Seite Peter Schiestel und Jürgen Becker, die - normal selbst beileibe kein schlechtes Doppel - gegen die beiden Bliesransbacher chancenlos waren und ohne Satzgewinn gratulieren mussten. Dafür setzten die beiden anderen Limbacher Doppel die Glanzlichter. Standesgemäß feierten Frank Fuhrmann und Peter Stephan einen 3:1-Erfolg über Klopp/Britscher, ohne wirklich zu überzeugen. Dies taten dafür Gregor Oßwald und Markus Dreier gegen das gegnerische Doppel 1 Kasper/Dietrich, gegen das nervenstark im 5. Satz der zweite Saisonsieg unseres Doppel 2 gefeiert werden durfte. Somit war die Führung nach den Doppeln perfekt - auch wenn sie ein wenig anders zustande kam, als man dies gewohnt ist.

Oßwald ohne Fortune, mittleres Paarkreuz marschiert weiter

Im vorderen Paarkreuz ging man eigentlich mit der Maxime ins Spiel, die Negativserie vom Lautzkirchen-Spiel vergessen zu lassen. Doch sollte dies nicht glücken. Gregor Oßwald unterlag trotz phasenweise sehr gutem Spiel seinem alten Mannschaftskameraden aus Brebacher Zeiten, Dominik Dietrich, im 5. Satz, nachdem ihm eine 2:1-Satzführung nicht zum Sieg gereicht hatte. Chancenlos dagegen war Frank Fuhrmann gegen Kasper, wobei unsere Nummer 2 einen rabenschwarzen "rien-ne-va-plus"-Tag erwischt hatte, wie ihn jeder Tischtennisspieler wohl schon einmal erlebt hat.

Diesen Missstand rückte die Mitte aber wie schon gegen Lautzkirchen wieder gerade, und es war auch höchste Zeit, drohte man anders doch frühzeitig ins Hintertreffen zu geraten. Peter Schiestel zeigte gegen den überraschend stark aufspielenden Mannschaftssenior Leo Klopp eine gute Partie, doch der Bliesransbacher kam nach einem 0:2-Satzrückstand immer besser ins Spiel und übernahm zusehends die Kontrolle. Fast jeden Ball griff Klopp mit Vor- oder Rückhand sicher an, und ein ums andere Mal erwischte er seinen Limbacher Kontrahenten damit auf dem falschen Fuß. Nachdem Schiestel im 5. Satz bereits mit 2:7 zurücklag, hätte niemand "auch nur einen Pfifferling" (O-Ton Peter Stephan) auf die Limbacher Nummer 4 gesetzt. Doch Stück für Stück kämpfte sich Schiestel zurück ins Spiel, bis er beim Stande von 8:8 den Einstand geschafft hatte. Was dann folgte, war Krimi pur: Die Matchballe wechselten in Sekundenschnelle die Seiten, und es war völlig offen, wer die Partie für sich entscheiden würde. Am Ende behielt Schiestel mit 17:15 die Nerven und der TVL durfte über einen psychologisch wichtigen Sieg jubeln.
Markus Dreier feierte am Nebentisch einen ähnlich knappen Erfolg über den aus der Halbdistanz nahezu jeden Ball retournierenden Linkshänder Schäfer (Dreier: "Das mag ich nicht, der spielt wie ich!"), wenngleich das Ergebnis mit 3:1 klarer aussieht. Doch sprechen die Satzergebnisse der ersten drei Durchgänge Bände.

Im hinteren Paarkreuz teilte man sich dann schiedlich-friedlich die Punkte. Peter Stephan, der in seiner ersten Partie noch ein gutes Stück weit von seiner Bestform entfernt war, geriet gegen den jungen Britscher sogar mit 1:2 Sätzen in Rückstand. Danach merkte man jedoch sichtlich, dass er im Spiel angekommen war, wenngleich er im 5. Satz, den er übernervös begann, beim Stande von 2:5 eine äußerst kritische Phase überstehen musste. Danach spielten die Nerven des Bliesransbachers nicht mehr mit und der knappe 3:2-Erfolg war perfekt. Jürgen Becker zeigte am Nebentisch nach langer Abstinenz gegen Patrick Kuntz, einen der besten Spieler des hinteren Paarkreuzes, eine hervorragende Partie, die durch Nuancen entschieden wurde: Insgesamt hatte Kuntz am Ende nur 6 Punkte mehr auf dem Konto, jeder Durchgang endete mit 2 Punkten Unterschied. Somit führte unsere Mannschaft zur Halbzeit mit 5:4. Doch es sollte noch ein hartes Stück Arbeit werden, um Zählbares nach Hause mitnehmen zu können...

Dreier, Schiestel und Becker holen die Kohlen aus dem Feuer - Schlussdoppel chancenlos

Hätte Gregor Oßwald im ersten Saisonspiel nicht im Entscheidungssatz gegen Kerber gewonnen, man könnte meinen, ein Fünfsatz-Fluch läge über unserer Nummer 1. Erneut führte Oßwald mit 2:1 gegen Kasper, der zu keinem Zeitpunkt ein wirkliches Konzept gegen Oßwalds Noppenspiel hatte. Doch wie so oft kam der Gegner dann irgendwie zurück ins Spiel. Und gerade, wenn es notwendig wäre, verpasst unsere Nummer 1 dann die wichtigen Bälle: Schnell geriet Oßwald im 5. Satz in Rückstand, die Moral war gebrochen, auch wenn unser Gregor aufopferungsvoll weiter kämpfte, und Bliesransbach hatte egalisiert. Frank Fuhrmann nach seinem ersten Spiel längst eingestanden, dass er neben sich stand, so dass in die Partie gegen den starken Dietrich nicht wirklich große Hoffnungen gesetzt werden durften. Man muss es Frank hoch anrechnen, dass er stets kämpfte, auch wenn sichtlich rein nichts gelingen wollte - unsere Nummer 2 gab nicht auf, versuchte alles, unterlag aber klar mit 0:3.

Nun lastete der ganze Druck erneut auf Dreier und Schiestel. Zwei Siege von Bliesransbach wären beinahe gleichbedeutend mit einem vorzeitigen KO gewesen - doch dazu sollte es glücklicherweise nicht kommen. Markus Dreier zeigte gegen Leo Klopp eine weitaus souveränere Vorstellung als zuvor Schiestel, jedoch war offensichtlich, dass ihm die Spielweise Klopps weitaus besser lag, da dieser auch keinen Ball "totmachte", wie man zu sagen pflegt, was sich gegen unsere Nummer 4 - nach Oliver Thome die zweite "Gummiwand" - natürlich sehr nachteilig auswirkt. Jedoch kam auf der anderen Seite auch Schiestel besser mit Schäfer zurecht, wenngleich die Satzergebnisse genauso knapp waren. Allerdings verpasste Schiestel bei einer 1:0-Führung und vier Satzbällen im 2. Satz eine mögliche Vorentscheidung und ermöglichte so erst eine packende Partie, die in der Verlängerung des 4. Satzes die Zuschauer aus beiden Lagern mitriss.

Peter Stephan musste danach in einer erneut sehr engen und hart umkämpften Partie gegen Kuntz gratulieren, auch wenn er nach dem Spiel feststellte, dass er eigentlich mehr als gute Chancen besessen hatte, einen anderen Ausgang herbei zu führen. Auf unseren "Oldie" (nach dem Abgang Michael Brunks) Jürgen Becker war dann aber Verlass, der mit dem wohl einzigen wirklich klaren Limbacher Sieg an diesem Abend dem Schlussdoppel Stephan/Fuhrmann die Chance eröffnete, mit einem Sieg noch das happy end zu schaffen. Doch trotz des gewonnenen ersten Satzes stellte sich bei unseren beiden Akteuren keine Ruhe und Sicherheit ein, Kasper/Dietrich nutzten die Verunsicherung auf Limbacher Seite immer wieder mit riskanten, aber wirksamen langen und schnellen Aufschlägen mit viel Drall, und siegten am Ende verdient und ungefährdet mit 3:1.

So fand eine spannende und unterhaltsame Partie ein gerechtes Ergebnis, das - höhere Ambitionen bei beiden Mannschaften unterstellt - selbstredend keinem wirklich hilft. Jedoch soll an dieser Stelle nochmals ausdrücklich erwähnt werden, dass das Ziel unserer Mannschaft nicht der mit aller Macht herbeizuführende Aufstieg ist. Je länger wir mit Ambitionen oben mitspielen, umso besser - jedoch gilt das Hauptaugenmerk darauf, eine schöne Saison mit einer tollen Mannschaft zu spielen. Oder um es mit einem Zitat unseres Alt-Mannschaftsführers Michael Brunk auszudrücken: Wir wollen nicht unbedingt die BESTE Mannschaft sein - dafür aber die beste MANNSCHAFT.