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Nach dem TTC Lautzkirchen wartete im
Nachholspiel gegen die TuS Bliesransbach
gleich der nächste schwere Prüfstein auf
unsere 3. Mannschaft. Die Mannen aus dem
Südsaarkreis waren mit zwei Siegen - einer
davon über den starken TV Merchweiler -
glänzend in die Saison gestartet, so dass
aller Respekt vonnöten war. Es war also
angerichtet für ein weiteres Spitzenspiel,
aus dem man, wie schon gegen Lautzkirchen,
selbstredend nicht als Verlierer hervorgehen
wollte. Und nicht nur die Erwartungen an die
Qualität und die Spannung des Spiels wurden
erfüllt, die Partie fand am Ende auch ein
gerechtes Ergebnis.
Doppelstart glückt auf die etwas andere
Art und Weise
In den Doppeln wartete Bliesransbach gleich
mit der ersten Überraschung auf. Man stellte
das nominell vielleicht sogar stärkste
Doppel Schäfer/Kuntz, die sich als
Rechts-Links-Kombination hervorragend
ergänzten, "nur" auf Position drei und gab
damit als Marschroute aus, zumindest diese
Partie zu gewinnen. Leidtragende dieser
Strategie waren auf Limbacher Seite Peter
Schiestel und Jürgen Becker, die - normal
selbst beileibe kein schlechtes Doppel -
gegen die beiden Bliesransbacher chancenlos
waren und ohne Satzgewinn gratulieren
mussten. Dafür setzten die beiden anderen
Limbacher Doppel die Glanzlichter.
Standesgemäß feierten Frank Fuhrmann und
Peter Stephan einen 3:1-Erfolg über Klopp/Britscher,
ohne wirklich zu überzeugen. Dies taten
dafür Gregor Oßwald und Markus Dreier gegen
das gegnerische Doppel 1 Kasper/Dietrich,
gegen das nervenstark im 5. Satz der zweite
Saisonsieg unseres Doppel 2 gefeiert werden
durfte. Somit war die Führung nach den
Doppeln perfekt - auch wenn sie ein wenig
anders zustande kam, als man dies gewohnt
ist.
Oßwald ohne Fortune, mittleres Paarkreuz
marschiert weiter
Im vorderen Paarkreuz ging man eigentlich
mit der Maxime ins Spiel, die Negativserie
vom Lautzkirchen-Spiel vergessen zu lassen.
Doch sollte dies nicht glücken. Gregor
Oßwald unterlag trotz phasenweise sehr gutem
Spiel seinem alten Mannschaftskameraden aus
Brebacher Zeiten, Dominik Dietrich, im 5.
Satz, nachdem ihm eine 2:1-Satzführung nicht
zum Sieg gereicht hatte. Chancenlos dagegen
war Frank Fuhrmann gegen Kasper, wobei
unsere Nummer 2 einen rabenschwarzen "rien-ne-va-plus"-Tag
erwischt hatte, wie ihn jeder
Tischtennisspieler wohl schon einmal erlebt
hat.
Diesen Missstand rückte die Mitte aber wie
schon gegen Lautzkirchen wieder gerade, und
es war auch höchste Zeit, drohte man anders
doch frühzeitig ins Hintertreffen zu
geraten. Peter Schiestel zeigte gegen den
überraschend stark aufspielenden
Mannschaftssenior Leo Klopp eine gute
Partie, doch der Bliesransbacher kam nach
einem 0:2-Satzrückstand immer besser ins
Spiel und übernahm zusehends die Kontrolle.
Fast jeden Ball griff Klopp mit Vor- oder
Rückhand sicher an, und ein ums andere Mal
erwischte er seinen Limbacher Kontrahenten
damit auf dem falschen Fuß. Nachdem
Schiestel im 5. Satz bereits mit 2:7
zurücklag, hätte niemand "auch nur einen
Pfifferling" (O-Ton Peter Stephan) auf die
Limbacher Nummer 4 gesetzt. Doch Stück für
Stück kämpfte sich Schiestel zurück ins
Spiel, bis er beim Stande von 8:8 den
Einstand geschafft hatte. Was dann folgte,
war Krimi pur: Die Matchballe wechselten in
Sekundenschnelle die Seiten, und es war
völlig offen, wer die Partie für sich
entscheiden würde. Am Ende behielt Schiestel
mit 17:15 die Nerven und der TVL durfte über
einen psychologisch wichtigen Sieg jubeln.
Markus Dreier feierte am Nebentisch einen
ähnlich knappen Erfolg über den aus der
Halbdistanz nahezu jeden Ball
retournierenden Linkshänder Schäfer (Dreier:
"Das mag ich nicht, der spielt wie ich!"),
wenngleich das Ergebnis mit 3:1 klarer
aussieht. Doch sprechen die Satzergebnisse
der ersten drei Durchgänge Bände.
Im hinteren Paarkreuz teilte man sich dann
schiedlich-friedlich die Punkte. Peter
Stephan, der in seiner ersten Partie noch
ein gutes Stück weit von seiner Bestform
entfernt war, geriet gegen den jungen
Britscher sogar mit 1:2 Sätzen in Rückstand.
Danach merkte man jedoch sichtlich, dass er
im Spiel angekommen war, wenngleich er im 5.
Satz, den er übernervös begann, beim Stande
von 2:5 eine äußerst kritische Phase
überstehen musste. Danach spielten die
Nerven des Bliesransbachers nicht mehr mit
und der knappe 3:2-Erfolg war perfekt.
Jürgen Becker zeigte am Nebentisch nach
langer Abstinenz gegen Patrick Kuntz, einen
der besten Spieler des hinteren Paarkreuzes,
eine hervorragende Partie, die durch Nuancen
entschieden wurde: Insgesamt hatte Kuntz am
Ende nur 6 Punkte mehr auf dem Konto, jeder
Durchgang endete mit 2 Punkten Unterschied.
Somit führte unsere Mannschaft zur Halbzeit
mit 5:4. Doch es sollte noch ein hartes
Stück Arbeit werden, um Zählbares nach Hause
mitnehmen zu können...
Dreier, Schiestel und Becker holen die
Kohlen aus dem Feuer - Schlussdoppel
chancenlos
Hätte Gregor Oßwald im ersten Saisonspiel
nicht im Entscheidungssatz gegen Kerber
gewonnen, man könnte meinen, ein
Fünfsatz-Fluch läge über unserer Nummer 1.
Erneut führte Oßwald mit 2:1 gegen Kasper,
der zu keinem Zeitpunkt ein wirkliches
Konzept gegen Oßwalds Noppenspiel hatte.
Doch wie so oft kam der Gegner dann
irgendwie zurück ins Spiel. Und gerade, wenn
es notwendig wäre, verpasst unsere Nummer 1
dann die wichtigen Bälle: Schnell geriet
Oßwald im 5. Satz in Rückstand, die Moral
war gebrochen, auch wenn unser Gregor
aufopferungsvoll weiter kämpfte, und
Bliesransbach hatte egalisiert. Frank
Fuhrmann nach seinem ersten Spiel längst
eingestanden, dass er neben sich stand, so
dass in die Partie gegen den starken
Dietrich nicht wirklich große Hoffnungen
gesetzt werden durften. Man muss es Frank
hoch anrechnen, dass er stets kämpfte, auch
wenn sichtlich rein nichts gelingen wollte -
unsere Nummer 2 gab nicht auf, versuchte
alles, unterlag aber klar mit 0:3.
Nun lastete der ganze Druck erneut auf
Dreier und Schiestel. Zwei Siege von
Bliesransbach wären beinahe gleichbedeutend
mit einem vorzeitigen KO gewesen - doch dazu
sollte es glücklicherweise nicht kommen.
Markus Dreier zeigte gegen Leo Klopp eine
weitaus souveränere Vorstellung als zuvor
Schiestel, jedoch war offensichtlich, dass
ihm die Spielweise Klopps weitaus besser
lag, da dieser auch keinen Ball "totmachte",
wie man zu sagen pflegt, was sich gegen
unsere Nummer 4 - nach Oliver Thome die
zweite "Gummiwand" - natürlich sehr
nachteilig auswirkt. Jedoch kam auf der
anderen Seite auch Schiestel besser mit
Schäfer zurecht, wenngleich die
Satzergebnisse genauso knapp waren.
Allerdings verpasste Schiestel bei einer
1:0-Führung und vier Satzbällen im 2. Satz
eine mögliche Vorentscheidung und
ermöglichte so erst eine packende Partie,
die in der Verlängerung des 4. Satzes die
Zuschauer aus beiden Lagern mitriss.
Peter Stephan musste danach in einer erneut
sehr engen und hart umkämpften Partie gegen
Kuntz gratulieren, auch wenn er nach dem
Spiel feststellte, dass er eigentlich mehr
als gute Chancen besessen hatte, einen
anderen Ausgang herbei zu führen. Auf
unseren "Oldie" (nach dem Abgang Michael
Brunks) Jürgen Becker war dann aber Verlass,
der mit dem wohl einzigen wirklich klaren
Limbacher Sieg an diesem Abend dem
Schlussdoppel Stephan/Fuhrmann die Chance
eröffnete, mit einem Sieg noch das happy end
zu schaffen. Doch trotz des gewonnenen
ersten Satzes stellte sich bei unseren
beiden Akteuren keine Ruhe und Sicherheit
ein, Kasper/Dietrich nutzten die
Verunsicherung auf Limbacher Seite immer
wieder mit riskanten, aber wirksamen langen
und schnellen Aufschlägen mit viel Drall,
und siegten am Ende verdient und ungefährdet
mit 3:1.
So fand eine spannende und unterhaltsame
Partie ein gerechtes Ergebnis, das - höhere
Ambitionen bei beiden Mannschaften
unterstellt - selbstredend keinem wirklich
hilft. Jedoch soll an dieser Stelle nochmals
ausdrücklich erwähnt werden, dass das Ziel
unserer Mannschaft nicht der mit aller Macht
herbeizuführende Aufstieg ist. Je länger wir
mit Ambitionen oben mitspielen, umso besser
- jedoch gilt das Hauptaugenmerk darauf,
eine schöne Saison mit einer tollen
Mannschaft zu spielen. Oder um es mit einem
Zitat unseres Alt-Mannschaftsführers Michael
Brunk auszudrücken: Wir wollen nicht
unbedingt die BESTE Mannschaft sein - dafür
aber die beste MANNSCHAFT.
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