ATSV Saarbrücken 2 - TV 06 Limbach 3   8:8

TVL verpasst Sieg nach 6:3-Führung - "Brille" Fuhrmann überragt

 
Die Niederlage gegen den TTC Lautzkirchen hatte in ihrer Deutlichkeit zwar für Ernüchterung gesorgt, allerdings war unsere Mannschaft fest gewillt, bereits gegen den ATSV unter Beweis zu stellen, dass man nicht durch Zufall in diese Klasse aufgestiegen war. Die Hoffnungen auf ein positives Ergebnis erlitten jedoch gleich zu Beginn einen Dämpfer, als klar wurde, dass der ATSV mit seinen drei stärksten Spielern, also auch Wolfgang Emmerich im mittleren Paarkreuz, antreten würde. Unter diesen Umständen konnte die Stimmung vor Spielbeginn bestenfalls als verhalten optimistisch bezeichnet werden - und niemand hätte geglaubt, dass man knapp dreieinhalb Stunden später bei einem Endstand von 8:8 einem Punkt nachtrauern würde...

Erneut Rückstand nach den Doppeln - Schiestel/Stephan überzeugen erneut

Wie schon gegen Lautzkirchen wurde klar, dass in den Doppeln noch Steigerungsbedarf besteht. Allerdings muss angemerkt werden, dass unser Doppel 2 mit Uli Klicker und Markus Dreier erneut eine Paarung als Gegner vorgesetzt bekamen, die ihnen nicht wirklich behagen konnte, denn Wolfgang Scholer, ohnehin schon ein guter Doppelspieler, versteht sich blind auf das Spiel gegen Abwehr, und zeigte dies mit seinem Partner Thorsten Becker nach Startschwierigkeiten auch deutlich. Dass es diese jedoch gab, unterstreicht, dass Klicker/Dreier zumindest in den ersten beiden Sätzen mithalten konnten, ehe der Faden riss. Souverän war dagegen der Auftritt von Peter Schiestel und Peter Stephan, die sich nach den ersten beiden Partien als gute Lösung auf Doppel 1 entpuppt haben. Trotz zwischenzeitlicher Unsicherheiten war der 3:1-Erfolg über Breyer/Becker nie wirklich in Gefahr. Dies galt leider auch für den Sieg des dritten ATSV-Doppels, Emmerich/Müller, das gegen Jürgen Becker und Frank Fuhrmann keinen Satz abgab, wobei letzterer noch sichtlich mit seiner neuen Brille und ebenso neuen Belägen zu kämpfen hatte. So lag man zwar erneut zurück, hatte aber zumindest einen 0:3-Start vermieden.

Uli Klicker überzeugt gegen Breyer - Fuhrmann mit "big point" gegen Emmerich

In der ersten Einzelrunde wurden die Weichen für den weiteren Spielverlauf gestellt, und unsere Mannschaft war fest gewillt, nicht nochmals so früh ins Hintertreffen zu geraten. Wolfgang Scholer ließ Markus Dreier in drei Sätzen überhaupt keine Chance, wobei auch angemerkt werden muss, dass dieser zu keiner Zeit sein Leistungsvermögen entfalten konnte. Dagegen sorgte Uli Klicker gegen den für ihn unangenehmen Abwehrspieler "Beppo" Breyer für einen wichtigen Erfolg. Dabei behielt Klicker auch im kritischen 4. Satz bei einem 1:2-Satzrückstand die Nerven, und zeigte dann im Entscheidungssatz eine tolle Vorstellung, die abermals unterstrich, wie wichtig er für die 3. Mannschaft ist.

Frank Fuhrmann wurden, auch wegen seiner Startschwierigkeiten im Doppel, gegen den ehemaligen Bundesligaakteur Wolfgang Emmerich im Vorfeld nicht gerade die besten Chancen eingeräumt. Und der erste Satz, der klar an Emmerich ging, sollte diese These zunächst bestätigen. Doch dann stellte sich Fuhrmann taktisch klug um, zwang Emmerich immer mehr sein Spiel auf, und schaffte es nach fünf hart umkämpften Sätzen tatsächlich, den Sieg davon zu tragen, was im Limbacher Lager großen Jubel auslöste, hatte man doch mit diesem Punkt wirklich nicht gerechnet. Sehr wohl war jedoch der Sieg Schiestels gegen Thorsten Becker eingeplant, und diesem Auftrag kam der nicht sonderlich gut in die Saison gestartete Mannschaftsführer mit seinem ersten Saisonsieg in drei Sätzen auch nach.

Im hinteren Paarkreuz hieß es nun nachzulegen. Jürgen Becker trat zunächst gegen seinen Namensvettern Hans-Werner an, und es entwickelte sich eine hoch spannende Partie, die in den Sätzen zwei und drei entschieden wurde, die beide erst in der Verlängerung endeten. in beiden Fällen hatte "unser" Becker das bessere Ende für sich, zeigte enorme Nervenstärke und verblüffte erneut seine Mannschaftskameraden, wie gut man mit so wenig (bzw. gar keinem) Training spielen kann. Peter Stephan musste gegen den noch bei den Schülern spielberechtigten Marco Müller antreten, der sein Saarlandliga-Debüt feierte. Dieser zeigte zwar gute Ansätze, konnte jedoch unseren Routinier verständlicherweise nicht in Bedrängnis bringen, und so stand nach drei klaren Sätzen der Sieg für den TVL fest. Damit gab es einen Zwischenstand von 6:3 zu verzeichnen, womit vor Spielbeginn wohl keiner gerechnet hätte.

TVL verpasst den Sieg in Hälfte zwei - nur Fuhrmann und Becker siegen

Nun hatte unsere Mannschaft Blut geleckt und wollte mit allen Mitteln die noch drei notwendigen Siege einfahren, um zwei Punkte aus Saarbrücken zu entführen. Die erste Chance hierzu verpasste Uli Klicker in der Neuauflage des Oberligaduells vom letzten Sonntag gegen Wolfgang Scholer erwartungsgemäß, da dieser einfach viel zu clever agierte und unseren Abwehrspezialisten mit seinen abgeknickten Topspins immer wieder im letzten Moment in die falsche Ecke schickte. Im letzten Spiel des vorderen Paarkreuzes hatte sich unsere Mannschaft dafür durchaus etwas ausgerechnet, traute man Markus Dreier gegen Breyer doch durchaus zu, mit geduldigem und sicherem Spiel den Routinier in Bedrängnis bringen zu können. Dass dies nicht gelang, lag erneut an der auffällig hohen Fehlerquote unseres "Wurfexperten", der an diesem Abend einfach nicht seinen besten Tag erwischt hatte.

Peter Schiestel dagegen ging in das Duell mit Wolfgang Emmerich als krasser Außenseiter, zeigte dann jedoch, dass er trotz Trainingsmangels bei konzentriertem Spiel durchaus in der Lage ist, mit der Klasse der Gegner zu wachsen. Nachdem der Limbacher den 3. Satz in der Verlängerung mit 14:12 für sich entschieden und dabei mehrere Satzbälle abgewehrt hatte, durfte man zumindest auf eine Vorentscheidung hoffen. Doch Emmerich spielte in Folge seine ganze Routine aus, wobei ihm die Tatsache zugute kam, dass sein Kontrahent in den letzten beiden Sätzen nicht mehr die Konstanz zeigen konnte, die ihn zuvor stark gemacht hatte. So ging das Spiel am Ende nach fünf Sätzen doch noch an den ATSV. Besser machte es Frank Fuhrmann, der gegen Becker genauso wenig Probleme hatte wie Schiestel zuvor und der im 3. Satz erst dann in Bedrängnis geriet, als seine Aufmerksamkeit zu stark von der spannenden Partie am Nebentisch gefesselt wurde. Dennoch siegte er im 3. Satz mit 12:10.

Im hinteren Paarkreuz hatte es unsere Mannschaft somit in der Hand, den Sieg perfekt zu machen. Dafür waren allerdings zwei Siege vonnöten. Peter Stephan ging in das Spiel gegen Hans-Werner Becker leicht favorisiert, und lange sah alles danach aus, als ob er dieser Rolle gerecht würde. Zweimal ging er nach Sätzen in Führung, doch beide Male glich Becker aus. Im 5. Satz war dann die Sicherheit aus dem Spiel unserer Nummer 5 gewichen, seine gefährlichen Linkshänder-Topspins fanden kaum noch ihr Ziel, und so konnte Becker die Scharte seiner ersten Niederlage doch noch auswetzen. Zwar hatte Jürgen Becker am Nebentisch einen recht ungefährdeten 3:1-Erfolg über Müller errungen, dennoch war die Stimmung zunächst etwas gedrückt; denn zwar hatte man noch die Chance auf einen Sieg im Schlussdoppel, sah diese aber angesichts der gegnerischen Paarung mit Beteiligung Wolfgang Scholers als eher gering an.

Und zu Beginn sollte sich der Pessimismus bestätigen. Im 1. Satz vergaben Schiestel/Stephan leichtfertig ihre Chancen zum Sieg gegen zu diesem Zeitpunkt ebenfalls noch nicht überzeugenden Scholer/T. Becker. Im 2. Satz folgte dann eine deutliche Abfuhr, die allerdings weniger demotivierende Wirkung als vielmehr eine Trotzreaktion hervorrief. Besonders in den nächsten beiden Sätzen entwickelte sich eine hochklassige Partie mit vielen langen Ballwechseln und Topspin-Gegentopspin-Staffetten, in der die mittlerweile zahlreichen Zuschauer einen würdigen Abschluss einer spannenden Partie erlebten. Unter großem Limbacher Jubel gewannen Schiestel und Stephan diese beiden Sätze, und plötzlich war der Sieg doch wieder möglich. Doch im Entscheidungssatz verließ nicht nur das Glück die beiden Limbacher, sondern auch ein wenig die Sicherheit und die letzte Präzision, die sie in den Sätzen zuvor ausgezeichnet hatte. So konnte sich die Paarung des ATSV letztlich doch noch durchsetzen, und auch die Gewissheit, ein gutes Spiel abgeliefert zu haben, konnte in den ersten Momenten natürlich keinen der Akteure wirklich trösten.

Unterm Strich bleibt ein Punktgewinn, der bei pessimistischer Sichtweise auch als ein Verlust ausgelegt werden kann. Nichts desto trotz sollte unsere Mannschaft das Positive aus der Partie mitnehmen. Die aufsteigende Form einiger Spieler stimmt hoffnungsfroh, und wenn die nächsten Aufgaben mit dem gleichen Kampfgeist angegangen werden und man sich endgültig in der Liga eingelebt hat, scheint die Hoffnung auf den Klassenverbleib zumindest nicht völlig unbegründet.