TVL Top20 Turnier 2006 - Die A-Qualifikation
 

Das Achtelfinale


 

 

Christoph Metzner - Uwe Oßwald

5:11, 7:11, 11:8, 11:9, 9:11

2:3

 
Die erste Achtelfinal-Partie war gleich ein "Kracher": Die beiden Oberligaspieler Christoph Metzner (1. TTC Pirmasens), der im Vorjahr im Achtelfinale nach fünf Sätzen an der Zweitligaspielerin Claudia Walerowicz gescheitert war, und Uwe Oßwald (TTC Kerpen-Illingen), der erstmals an der Qualifikation teilnahm, kämpften um den Viertelfinaleinzug.
Schnell ging der Favorit Uwe Oßwald mit 2:0 in Führung, und alles sag nach einem schnellen Sieg aus. Doch Metzner gab nicht auf und zeigte, warum er in der Oberliga Süd-West im mittleren Paarkreuz zu den besten Spielern gehört. Mit steigender Sicherheit und aggressiverem Spiel konnte er die Durchgänge vier und fünf knapp für sich entscheiden, und viele sahen nun schon die Felle der Illinger Nummer 1 davonschwimmen. Doch Oßwald bot seine ganze Routine auf und behielt mit 11:9 im 5. Satz die Oberhand. "Eigentlich liegt mir sein weiches Spiel", gab Oßwald nach Spielende zu Protokoll. "Aber mit zunehmender Spieldauer wurde er immer sicherer. Respekt für Christophs Leistung."

Manfred Jochem - Eric Laubach

11:8, 11:3, 11:9

3:0

 
Im Vorfeld konnte schon gemutmaßt werden, dass Altmeister Manfred "Texas" Jochem (SV 08/DJK Bous) nicht unbedingt zu den Lieblingsgegnern des Langnoppen-Künstlers Eric Laubach (TTC Kerpen-Illingen) gehören würde.
Doch zu Beginn des Spiels schien "Hexer" Laubach diese Stimmen Lügen zu strafen, da er den Regionalligaakteur sichtlich auf dem falschen Fuß erwischte und gleich in Führung ging. Jedoch wurde rasch klar, dass diese Führung nicht mehr als ein Strohfeuer war. Jochem konnte diesen ersten Satz noch mit 11:8 gewinnen, und damit war das Eis gebrochen. Im zweiten Durchgang führte er zwischenzeitlich mit 8:0 und hatte sich optimal auf das Langnoppenspiel seines Gegenüber eingestellt. Zwar kam Laubach im dritten Durchgang nochmals heran, doch es reichte nicht, um die Wende zu schaffen: Mit 9:11 aus seiner Sicht ging der 3. Satz verloren und einer der großen Favoriten auf die Qualifikation zur Endrunde am 30. Dezember hatte den Viertelfinaleinzug geschafft.

Oliver Bastian - Tobias Walch

11:8, 9:11, 11:6, 11:8

3:1

 
Das Achtelfinale von Oliver Bastian (TTC Wehrden) gegen Tobias Walch (TTC Lautzkirchen) brachte eine Besonderheit mit sich, denn es war das einzige, in dem ein Spieler stand, der sich über die B-Qualifikation für die A-Klasse qualifiziert hatte.
Und alle diejenigen, die damit gerechnet hatten, dass der drei Klassen tiefer spielende, erst 14jährige Walch seinem Gegner nur wenig entgegenzusetzen hätte, sahen sich getäuscht. Ging Durchgang eins noch an den Favoriten, so konnte sich Walch im 2. Satz mit 11:9 durchsetzen. Dann allerdings schaltete der Wehrdener einen Gang nach oben, griff noch konsequenter und konzentrierter an und gewann letztlich die Oberhand und damit das Spiel. Die Zuschauer konnten ein sehenswertes Spiel miterleben, in dem lange Ballwechsel und etliche von Walch abgewehrte Topspins keine Seltenheit waren. "Ich habe nicht gut gespielt", gab Bastian nach Spielende zu, "Hauptsache ist jedoch das Weiterkommen." Und das war der Wehrdener Nummer 3 im Endeffekt gelungen.

Daniel Sahner - Thomas Geyer

11:9, 2:11, 11:7, 11:5

3:1

 
Ein weitere sehr interessante Partie ergab sich mit dem Duell Daniel Sahner (TV 06 Limbach) gegen Thomas Geyer (TV Großen-Linden). In dieser Begegnung traf der jugendliche Elan Sahners auf die enorme Erfahrung Geyers, und im Vorfeld konnte niemand mit Sicherheit behaupten zu wissen, wer am Ende als Sieger den Tisch verlassen würde. Den 1. Satz dominierte - auch dank seiner Aufschläge - Daniel Sahner, wenngleich es am Ende nochmals eng wurde. Im 2. Satz folgte dann ein "Erdrutschsieg" Geyers, wo dem Limbacher überhaupt nichts gelingen wollte. Nun erwarteten viele eine ausgeglichene Partie, besonders, da Sahner mit seinem Spiel sichtlich unzufrieden war und Geyer sich besser auf die Spielweise seines Gegners eingestellt hatte. Doch der 18jährige riss sich zusammen, spielte nun zielstrebiger, und ging aus vielen langen und sehenswerten Ballwechseln immer öfter als Sieger hervor.
Am Ende siegte die größere Durchschlagskraft gegen das sichere Spiel des Routiniers, so dass Sahner zum zweiten Mal in Folge im Viertelfinale des Qualifikationsturniers stand.

Thomas Schimek - Björn Miedzinski

11:4, 11:5, 11:9

3:0

 
Es gibt nicht viele Spieler, die Thomas Schimek (TV 06 Limbach) als ihren Lieblingsgegner bezeichnen würden. Nicht aus persönlichen Gründen oder gar seiner Verhaltensweise am Tisch, wo er als untadeliger Sportsmann gilt, sondern vielmehr, da er mit seinem unorthodoxen Spiel mit kurzen Noppen und Anti viele Angriffsspieler zur Verzeiflung bringt. Mit Björn Miedzinski     (TTC Brücken) dürfte nun ein weiterer Spieler zu diesem Personenkreis hinzugekommen sein. "Ich habe alleine zwei Sätze lang gebraucht, um herauszufinden, wie ich gegen ihn spielen muss", räumte der Linkshänder nach dem Spiel ein. "Die Bälle, die mit er mit seinem Anti gespielt hat, kamen so komisch zurück, dass ich keine Chance hatte."
Thomas Schimek dagegen durfte sich bei seiner ersten Qualifikationsteilnahme schon gleich über den Viertelfinaleinzug freuen. Nichts desto trotz konnte der Unterlegene das Erreichte sicherlich als Erfolg verbuchen, hatte er sich doch schon in einer alles anderen als leichten Gruppe als Zweiter durchsetzen können.

Pascal Naumann - Tobias Becker

8:11, 9:11, 11:6, 11:9, 11:3

3:2

 
Es war das Duell der beiden Shooting-Stars - der eine aus der Regionalliga, der andere aus der Oberliga. Pascal Naumann (TTF Besseringen), 13 Jahre alt und das derzeit vielleicht größte Talent des saarländischen Tischtennis, forderte mit dem 19jährigen Tobias Becker (TV 06 Limbach) einen der besten Spieler im hinteren Paarkreuz der Oberliga Süd-West. Es entwickelte sich eine hochklassige Partie, in der viele lange Ballwechsel und sehenswerte Topspin-Gegentopspinduelle zu bestaunen waren. Den besseren Start erwischte Becker mit einer 2:0-Führung, nach der er dem Sieg schon sehr nahe war. Doch Naumann steigerte sich, machte immer öfter die "big points" und hatte in den entscheidenden Momenten auch das Quentchen Glück wie im 4. Satz, den er mit einem Kantenball zum 11:9 beendete. Im Entscheidungssatz hatte er dann den psychologischen Vorteil des "Jägers" auf seiner Seite und nutzte diesen konsequent und eindrucksvoll zum Sieg. "Das war wirklich richtig gutes Tischtennis, was die beiden Jungs da gezeigt haben", konstatierte ein Beobachter anerkennend.

Johannes Wilhelm - Klaus-Dieter Hahnenberger

11:4, 11:5, 11:5

3:0

 
Klaus-Dieter Hahnenberger ist mit seinem Langnoppen-Spiel für viele Gegner ein rotes Tuch. Nicht umsonst zählt er zu den besten Spielern der Landesliga. Doch am Samstag erlebte er gegen Johannes Wilhelm (SV Heuchelheim-Klingen) sein ganz persönliches Waterloo. "So hat mich schon lange niemand verprügelt", musste die Merchweiler Nummer 1 nach Spielende neidlos eingestehen. "Er hat einfach immer den richtigen Ball gespielt - ich hatte keine Chance." Der so gelobte Johannes Wilhelm, zur Rückrunde im vorderen Paarkreuz des pfälzischen Verbandsligisten Heuchelheim aktiv, zeigte in der Tat eine Demonstration im Spiel gegen Langnoppenbeläge und landete einen Sieg, der zu keinem Zeitpunkt gefährdet war. Auch die sonst so gefürchteten Vorhand-Topspins Hahnenbergers, mit denen er sonst Punkte in Serie einfährt, kamen in diesem Spiel überhaupt nicht zum tragen. "Man kann sagen, dass das wohl der für mich ungünstigste Gegner im ganzen Feld war", trauerte Hahnenberger ein wenig der verpassten Chance hinterher. "Aber das ist Tischtennis."

Patrik Stein - Matthias Knopf

7:11, 4:11, 13:11, 2:11

1:3

 
Eine spannende Partie versprach das Duell zwischen dem etwas unorthodox agierenden Patrik Stein vom Oberligisten 1. TTC Altrip und Matthias Knopf vom Regionalligisten TTF Besseringen zu werden.
Knopf wollte in diesem Jahr unbedingt das vor einem Jahr Versäumte Nachholen; damals scheiterte er überraschend im Viertelfinale, also der entscheidenden KO-Runde, an Patrick Philippi, der damit als Kreisligaspieler die Elite aufmischte. Patrik Stein dagegen wollte bei seiner ersten Teilnahme gleich den großen Wurf schaffen, hatte aber als Gruppenerster ein wenig Pech, einen der stärksten Gruppenzweiten zugelost zu bekommen. In den ersten beiden Sätzen gelang es dem wie immer bedingungslos angreifenden Besseringer immer wieder, die Block-Wand des Altripers zu durchbrechen. So siegte er in den ersten beiden Sätzen klar. Der 2. Satz ging nach großem Kampf in der Verlängerung an Stein, und kurzzeitig sah es aus, als könne die Partie kippen. Doch Knopf spielte im 4. Satz seine ganze Klasse aus und ließ dem Pfälzer keine Chance mehr.