TVL Top20 Turnier 2006 - Die A-Qualifikation
 

Das Viertelfinale


 

 

Uwe Oßwald - Manfred Jochem

11:9, 8:11, 8:11, 11:8, 11:9

3:2

 
Im vielleicht besten, auf jeden Fall aber spannendsten "kleinen Finale" um die Qualifikationsplätze spielte Uwe Oßwald (TTC Kerpen-Illingen) gegen Manfred Jochem (SV 08/DJK Bous). Den besseren Start erwischte der Illinger, der den 1. Satz knapp mit 11:9 für sich entscheiden konnte. Danach aber schien einzutreten, was Oßwald vor Spielbeginn schon gemutmaßt hatte: "Ich habe schon oft gegen "Texas" gespielt - aber noch nie gewonnen. Sein Spiel liegt mir nicht." Die nächsten beiden Sätze gingen an den Bouser Regionalligaakteur. Doch Oßwald war weit davon entfernt, die Flinte ins Korn zu werfen und gewann den 4. Satz. Im 5. Satz führte er bereits mit 10:5 und hatte somit fünf Matchballe. Den ersten vergab er, hatte danach zwei eigene Aufschläge und machte dennoch keinen Punkt damit. Dann hatte wieder Jochem Aufschlag, punktete gleich und es stand nur noch 10:9. Den nächsten Service spielte Oßwald passiv zurück, und Jochem verzog. "Hätte er den Fehler nicht gemacht - ich hätte keinen Punkt mehr gemacht", atmete der Quali-Sieger hinterher tief durch.

Oliver Bastian - Daniel Sahner

11:9, 11:7, 11:5

3:0

 
Spannung versprach auch das Duell zwischen den beiden Junioren Daniel Sahner (TV 06 Limbach) und Oliver Bastian (TTC Wehrden), beide in der Oberliga aktiv. Daniel Sahner, seit Wochen in bestechender Form und im hinteren Paarkreuz mit nur einer einzigen Niederlage bester Spieler der Liga, ging leicht favorisiert ins Match. Doch je länger das Spiel dauerte, umso offensichtlicher traten die Stärken Bastians zu Tage: Der filigranen Technik des Limbachers setzte er Powerplay und bedingungslosen Einsatzwillen entgegen, und konnte den aus der Halbdistanz gespielten Angriffsbällen Sahners immer wieder feste und platzierte Blockbälle entgegensetzen. Zudem bewies er mentale Stärke, als er aus dem psychologisch wichtigen 1. Satz als Sieger hervorging.
In vielen sehenswerten Ballwechseln behielt der Wehrdener nun immer öfter das bessere Ende für sich und konnte am Ende durchaus behaupten, verdient gewonnen zu haben. Somit stand Oliver Bastian als dritter von vier Endrundenteilnehmern am 30. Dezember fest.

Thomas Schimek - Pascal Naumann

11:7, 7:11, 13:15, 12:14

1:3

 
Das dritte Viertelfinale hing vor allem von der Beantwortung einer Frage ab: Wie würde der junge Pascal Naumann (TTF Besseringen) mit dem unorthodoxen Spiel Thomas Schimeks (TV 06 Limbach) zurecht kommen? Die Antwort lautete: So gut, dass Naumann sich am Ende für das Top20 qualifizieren konnte. Der "Schimek-Effekt", also diejenige Zeit, die ein Gegner braucht, um sich auf das Spiel des Linkshänders einzustellen, dauerte lediglich einen Satz lang an. Danach überzeugte Naumann mit Kampfgeist, viel Laufarbeit und klugem Spiel. Dem setzte Schimek ebenso großen Einsatz entgegen, und punktete nichts desto trotz immer wieder mit seinen Blocks. Am Ende gaben dann wenige Punkte in den entscheidenden Situationen den Ausschlag. Erstaunlich abgebrüht wehrte Naumann mehrere Satzbälle Schimeks ab und behielt in allen kritischen Situationen die Nerven. "Schade, es war sehr knapp, aber der Junge hat richtig gut gegen mich gespielt", konstatierte Schimek hinterher. Dieser kann sich nun am 30.12. mit den Größen des südwestdeutschen Tischtennis messen.

Johannes Wilhelm - Matthias Knopf

10:12, 11:6, 11:6, 11:9

3:1

 
Im vierten Viertelfinale gab es einen klaren Favoriten - und der hieß Matthias Knopf (TTF Besseringen). Im 1. Satz sah alles danach aus, als könne dieser seiner Rolle gerecht werden. Doch mit zunehmender Spieldauer fand sein Gegner Johannes Wilhelm (SV Heuchelheim-Klingen) besser ins Spiel. Topspin um Topspin blockte der junge Pfälzer, bis sein Gegenüber schließlich einen Fehler machte. Die Betrachter zeigten sich sichtlich überrascht, denn Matthias Knopfs Topspinstärke ist weithin bekannt. Doch Wilhelm stand spätestens nach dem 2. Satz wie eine Mauer und schien immer schon im Voraus zu wissen, wohin sein Gegner ziehen würde. Selbst wurde er kaum aktiv, aber auch so reichte es, um immer mehr die Oberhand zu gewinnen. Knopfs Offensivspiel wurde mit der Zeit auch unsicherer, wohlwissend, dass er sich auf eine unerwartete Niederlage gegen den Pfalzligaspieler zubewegte. Zwar kämpfte er unverdrossen, doch Wilhelm machte im 4. Satz den Sack zu, siegte knapp mit 11:9 und darf sich nun als einziger Nicht-Oberligaspieler bei der Top20-Endrunde beweisen.