TVL Top20 Turnier 2007 - Die Endrunde
 

Gruppe D


Gehm nur als Gruppenzweiter weiter - Habel wird Gruppensieger

 

Claudia Walerowciz (ATSV Saarbrücken) gegen Thomas Schimek (TV 06 Limbach)

Nein, sie war nicht glücklich mit der Gruppe, die sie sich selbst zugelost hatte. Als einziger Dame im Teilnehmer-feld wurde Claudia Walerowicz vom Damen-Zweitligisten ATSV Saarbrücken als Losfee auserkoren. Und sie bescherte sich eine für sie wahrhaftig unangenehme Gruppe: Neben den beiden Materialspielern Andreas Gehm, Ex-Bundesligaspieler und nun bei de SpVgg Hochheim, und Thomas Schimek (TV 06 Limbach) loste sie zwei weitere Limbacher in die Gruppe D: Mirko Habel und Andreas Huber, beide aus dem Regionalligateam des TVL, komplettierten die so getaufte "Limbacher Gruppe", in der ein Weiterkommen für die einzige Dame nun schwer werden sollte.

Favorit Gehm zunächst souverän, Walerowicz hat Überraschung gegen Habel auf dem Schläger

Im ersten Gruppenspiel zeigte Nachrücker Thomas Schimek, der an diesem Samstag seinen 47. Geburtstag feierte, dass er sich ausgezeichnet auf das Spiel gegen Abwehr versteht. Dank seines Antitop auf der Vorhand nahezu schnittunempfindlich warf er Abwehrball um Abwehrball zurück auf den Tisch. Sein Pech: Ex-Bundesligaakteur Andreas Gehm war noch sicherer als der Limbacher. Gehm machte fast überhaupt keinen Fehler, sodass sein 3:0-Sieg die logische Konsequenz war. Im Anschluss hätte es beinahe eine faustdicke Überraschung gegeben: Mirko Habel, beim TV 06 Limbach im vorderen Paarkreuz der Regionalliga aktiv, fand gegen Claudia Walerowicz zunächst überhaupt nicht ins Spiel und geriet schnell mit 0:2 Sätzen in Rückstand. Anschließend zog der Limbacher jedoch noch den Kopf aus der Schlinge, wenngleich er sich mit seinem Spiel immer noch sichtlich unzufrieden zeigte. Claudia Walerowicz fehlte am Ende nicht viel, um für die Überraschung zu sorgen, und überzeugte durch ihr sicheres und druckvolles Block- und Konterspiel.

In dem ersten der drei vereinsinternen Duelle der Gruppe konnte sich Andreas Huber wie schon bei den Vereinsmeisterschaften klar gegen Thomas Schimek durchsetzen. Ebenso klar endete die zweite Partie Gehms gegen Walerowicz, auch wenn diese entgegen ihrer eigenen Befürchtungen ("werde schnell wieder da sein") die Partie gehörig in die Länge zog und den Abwehrspieler im 3. Satz sogar in die Verlängerung zwang. Dort lieferte sie sich beim Matchball zugunsten Gehms mit dem Hessen den längsten Ballwechsel des Tages, der sich ca. eine Minute lang hin zog. Doch wie viele andere zuvor endete auch dieser mit einem Punktgewinn Gehms, so dass das 3:0 perfekt war.

Mirko Habel und Andreas Huber, die schon im Vorjahr in die gleiche Gruppe gelost worden waren, ließen nur im knappen 3. Satz Spannung aufkommen. Den Rest gewann Habel klar und avancierte damit zum ersten Verfolger Gehms.

Zwei Fünfsatzspiele zum Ende - Habel überrascht gegen Gehm und wird Gruppensieger

Andreas Gehm (SpVgg Hochheim) gegen Claudia Walerowicz

Thomas Schimek durfte sich danach über seinen ersten Endrunden-Sieg überhaupt freuen. Mit Claudia Walerowicz, die erstaunlich wenig Probleme mit dem Materialspiel Schimeks hatte, lieferte sich das Geburtstagskind heiße Konterduelle, und lange Zeit war es unmöglich, mit Bestimmtheit vorauszusagen, wer den Tisch als Sieger verlassen würde. Letzten Endes gab das 12:10 Schimeks im 3. Satz den Ausschlag, und er behielt mit 3:1 Sätzen die Oberhand.

Andreas Gehm erteilte im Anschluss Andreas Huber eine Lektion und gestattete dem Limbacher nicht einmal die Chance auf einen Satzgewinn. Thomas Schimek musste danach gegen Mirko Habel ebenso chancenlos gratulieren wie gegen Huber, so dass nun sicher war, dass es im letzten Gruppenspiel zum Finale um den 1. Platz zwischen Habel und Gehm kommen würde.

Das Duell zwischen Walerowicz und Huber besaß so nur noch statistischen Charakter, dennoch boten die beiden Akteure tolles Tischtennis, und Huber überraschte von Zeit zu Zeit durch sein sicheres Ballonabwehr-Spiel, mit dem er mehr als einmal zum Punktgewinn kam. Im 5. Satz setzte sich der Limbacher letztlich durch, was seinen zweiten Sieg bedeutete.

Das mit Spannung erwartete Duell zwischen Gehm und Habel hielt, was es versprach. Habel, der sich vor Spielbeginn noch in Understatements geübt hatte, zeigte sich am Tisch alles andere als defensiv und spielte zwei Sätze lang mit traumwandlerischer Sicherheit gegen den sonst so wirkungsvollen Schnittwechsel Gehms, der auch kaum dazu kam, mehr als einen Ball abzuwehren, da Habels seine Topspins mit großer Wucht und sehr platziert spielte. Danach stellte sich der Taktikfuchs Gehm um, variierte sein Spiel mehr, und brachte prompt Unsicherheiten in das Spiel seines Gegenüber, der nun auch eine weitaus höhere Fehlerquote aufwies. Auf diese Art und Weise konnte der Abwehrstratege die Sätze 3 und 4 gewinnen. Doch im Entscheidungssatz bewies Habel einen kühlen Kopf und große mentale Stärke, als er wieder zu seinem sicheren Spiel zurückfand und am Ende sehr konzentriert einen 11:3-Erfolg nach Hause brachte.

Somit wurde Mirko Habel einziger Gruppensieger, der zuvor nicht topgesetzt war, Gehm ging - wie schon im Vorjahr - als für die anderen Gruppenersten undankbarster Gruppenzweiter in die KO-Runde.