TVL Top20 Turnier 2008 - Die Endrunde
 

Gruppe D


Dreimal fünf Sätze: Habel knapp auf Platz 1 - Stynen überrascht mit Platz 2

 

Leo Stynen (TV 06 Limbach) gegen Mirko Habel (TV 06 Limbach)

Bei insgesamt fünf Limbacher Starten (zählt man Rainer Theiß, der mittlerweile ebenfalls Mitglied des TVL ist, nicht dazu) war es mathematisch logisch, dass bei vier Gruppen in mindestens einer davon mindestens zwei Limbacher Teilnehmer zusammen gelost werden mussten. Letztlich wurden es in Gruppe D gleich drei: Mirko Habel als Top-Favorit auf den Gruppensieg, Andreas Huber als auf Position 2 Gesetzter sowie Leo Stynen, allesamt Mitglieder der Limbacher Regionalliga-Mannschaft, durften sich berechtigte Hoffnungen auf die Viertelfinalteilnahme machen. Dies galt ebenso für Nico Lozar (TTV Niederlinxweiler), der auch die Limbacher schlagen konnte, das war jedem bewusst. Oliver Wagner (TTC Gersbach) wurden als Qualifikanten bestenfalls Außenseiterchancen eingeräumt - dies galt allerdings auch schon vor der A-Qualifikation, die er letztlich hatte gewinnen können.

Mirko Habel nervenstark: Jeweils Sieger im 5. Satz gegen Stynen und Wagner

Oliver Wagner (TTC Gersbach) gegen Leo Stynen (TV 06 Limbach)

Im ersten Spiel zwischen Mirko Habel und Leo Stynen hatte das Publikum wohl einen klaren Sieg der Limbacher Nummer 1 erwartet, spielte der 19jährige doch eine tolle Vorrunde und hatte nochmals einen großen spielerischen Entwicklungssprung gemacht. Doch das Spiel verlief anders als gedacht. Leo Stynen überraschte den Favoriten im 1. Satz und siegte klar, wobei er immer wieder in der Offensive mit seiner gefährlichen Rückhand punktete. Habel fing sich in den Folgesätzen und siegte in den Durchgängen zwei und drei. Doch Stynen kam zurück und erzwang nach einem furiosen 11:3 den Entscheidungssatz. Hier ging es bis zum Schluss hin und her, ehe Habel am Ende entscheidend davonziehen konnte und das Spiel doch noch gewann. Allerdings hatte Stynen trotz der Niederlage eine erste Duftmarke gesetzt, wie um zu demonstrieren, wozu er an diesem Tage imstande sein würde. Andreas Huber hatte danach in seinem ersten Einzel gegen das unangenehme Noppen-Blockspiel von Wagner keinerlei Probleme und siegte standesgemäß mit 3:0. In seinem zweiten Einzel lief Stynen dann gegen Lozar erneut zu großer Form auf und schaffte einen besonders in dieser Höhe nicht erwarteten 3:0-Erfolg über die Nr. 1 aus Niederlinxweiler, wobei lediglich der 3. Satz ganz knapp in der Verlängerung endete. Der zweite Auftritt von Mirko Habel gegen Wagner schien eine Formsache für den amtierenden Saarlandmeister im Mixed zu sein, schließlich lagen zwischen ihm und seinem Pfälzer Kontrahenten zwei Spielklassen und ein Paarkreuz als Unterschied. Doch wieder einmal bestätigte sich, dass die Einstufung von Spielern in diesem Sport nicht immer nach ihrer Spielklassenzugehörigkeit getroffen werden kann. Oliver Wagner lief in dieser Partie zur Höchstform auf und spielte sein bestes Tischtennis, blockte die Topspins von Habel reihenweise (und wer dies schon einmal versucht hat, weiß um die Schwierigkeit dieses Unterfangens) und brachte somit den Favoriten in den 5. Satz und somit ins Wanken. Allerdings fiel dieser nicht, sondern demonstrierte im Entscheidungssatz mentale Stärke und Klasse und gestattete Wagner von da an keine Chance mehr. Nichts desto trotz hatte der Gersweilerer eine tolle Partie geboten und bereits zu diesem Zeitpunkt unterstrichen, dass er zurecht in diesem erlauchten Kreis mitspielte. In Andreas Hubers zweitem Einzel gab es eine kleine Überraschung, denn wenn man auch mit vielem im Spiel gegen Lozar rechnen konnte, an einen glatten 3:0-Sieg Lozars dürften nur die Wenigsten geglaubt haben. Doch Huber kam nicht wirklich mit dem Spiel des Linkshänders zurecht, fand kein probates Mittel, die Aufschläge Lozars so zu retournieren, dass dieser nicht gleich in gute Angriffspositionen kam, und unterlag dann in den entscheidenden Sätzen 1 und 3 jeweils knapp. Somit durften sich gleich drei Spieler noch Chancen auf ein Weiterkommen als Gruppenzweiter ausrechnen.

Auch Lozar zwingt Habel in den 5. Satz - Stynen dank bestem Satzverhältnis auf Platz 2

Andreas Huber (TV 06 Limbach) gegen Nico Lozar (TTV Niederlinxweiler)

Hatte er bislang mit starkem Spiel gegen zwei Spitzenspieler überzeugt, so mochte die folgende Niederlage Leo Stynens gegen Wagner eine große Überraschung darstellen. Diese relativierte sich jedoch, hatte man das Spiel der beiden verfolgt, und wusste man, dass bei allen Qualitäten Stynens das Spiel gegen Material bzw. Abwehr nicht zu dessen herausragenden Stärken gehört. So schaffte es Wagner dank seiner halblangen Noppen auf der Rückhand immer wieder, den Angriffsrhythmus Stynens zu stören, der für gewöhnlich seine Gegner am Tisch mit einer Reihe von schnellen Topspins zermürben kann. So provozierte der Gersbacher etliche Fehler Stynens; hinzu kam, dass wenn der Limbacher einmal passiv agiert, Wagner selbst mit ausgezeichneten Vorhand-Schüssen punktete und somit noch schwerer auszurechnen war. Ergo ging der 3:1-Erfolg für den Pfälzer in Ordnung, und Stynen war nun zum Siegen verdammt, wollte er sich die Chancen auf ein Weiterkommen aufrecht erhalten. Doch zunächst war es an Mirko Habel, seinen ersten Platz gegen Lozar zu festigen. Und beinahe wäre dieses Unterfangen schief gegangen, denn Lozar, ehemals Mannschaftskamerad Habels in Niederlinxweiler, zeigte wenig Respekt vor dem 19jährigen und gewann souverän die Sätze 1 und 2. Im Anschluss zeigte sich wieder einmal, dass man Habel erst abschreiben sollte, wenn der letzte Ball gespielt ist. Wie ausgewechselt drehten sich nun die Vorzeichen der Partie, und plötzlich war es Lozar, der dem Angriffsspiel Habels in den drei Folgesätzen nichts mehr entgegen zu setzen hatte und die Partie somit noch abgeben musste. Damit hatte Habel nun in drei Spielen dreimal fünf Sätze gespielt und dabei zweimal zurückgelegen - aber auch das zeichnet einen Spitzenspieler aus, sich auch zu behaupten, wenn man einmal nicht seinen besten Tag erwischt hat. Die Partie von Stynen gegen Huber war so etwas wie ein vorgezogenes Endspiel um Platz 2. Bei einem klaren Sieg war Stynen der 2. Rang nicht mehr zu nehmen, bei einem klaren Erfolg Hubers wäre es auf die Folgespiele von Lozar gegen Wagner und Huber selbst im Duell gegen Habel angekommen. Stynen ging auch in diese Partie nicht als Favorit, allerdings gab hier erneut die gute Tagesform des Kleveners den Ausschlag: Einen Tick frischer trat die Limbacher Nummer 6 auf, und sein Mannschaftskamerad Huber hatte trotz eines Satzgewinns über das ganze Spiel hinweg betrachtet keine Siegchance. Dank dieses Erfolgs waren die Plätze zum Weiterkommen bereits vergeben, da Stynen den direkten Vergleich gegen Lozar gewonnen hatte und dieser gegen Wagner noch höchstens auf das Satzverhältnis Stynens kommen konnte. So konnte Lozar in einer guten Partie gegen Wagner, der erneut alles gab und eine gute Leistung bot, locker aufspielen und teilweise sehenswerte Vorhand-Topspins und Rückhand-Schüsse zur Schau stellen. Die Partie endete knapp mit 3:1 zugunsten Lozars. Im letzten Spiel gab Andreas Huber gegen Mirko Habel nochmals sein Bestes, obwohl er zu diesem Zeitpunkt bereits ausgeschieden war. Zu mehr als einem Satzgewinn reichte es für den Linkshänder aber nicht, so dass sich Habel ohne Niederlage Platz 1 sicherte und Leo Stynen der einzige Ungesetzte war, der den Viertelfinaleinzug geschafft hatte.