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TVL
Top20 Turnier 2008 - Die Endrunde |
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Das
Viertelfinale |
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Christian Schleppi -
Leo Stynen |
8:11,
11:7, 5:11, 9:11 |
1:3 |
"Los mich bitte nicht gegen einen
Abwehrspieler", ließ Christian Schleppi
bei der Auslosung zum Viertelfinale
verlauten, da Andreas Gehm als
Gruppenzweiter durchaus ein möglicher
Gegner für den Limbacher darstellte.
Sichtlich zufrieden zeigte er sich mit
dem Los, das ihm seinen
Mannschaftskameraden Leo Stynen als
Gegner bescherte. Allgemein musste bei
dieser Konstellation von einem Sieg
Schleppis ausgegangen werden, zumal
dieser im finalen Gruppenspiel gegen
Pätzold eine scheinbar ansprechende Form
unter Beweis gestellt hatte. Doch
glücklicherweise lässt sich im
Tischtennis nicht alles, manchmal sogar
nur wenig, von vorn herein berechnen und
kalkulieren. Oder wie es das Limbacher
"Urgestein" "Vadder" Steitz so gerne zu
sagen pflegt: "Es muss alles erst
gespielt werden."
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Und Stynen spielte. Und das richtig
gut. Nahtlos knüpfte er an die zuvor
gezeigten starken Leistungen aus der
Gruppenphase an und zeigte keinerlei
Respekt vor der Limbacher
Integrationsfigur Christian Schleppi.
Diesen "fesselte" er mit seiner starken
Rückhand immer wieder in dessen eigener
Rückhand-Seite, so dass Schleppi nahezu
ausschließlich aus der Defensive heraus
agierte. Auch zum Umspringen kam
Schleppi dabei nicht, und bei der
Rückhand-Überlegenheit Stynens war es
dann oft nur eine Frage der Zeit, ehe
der Punktgewinn zugunsten des Mannes mit
der "abgeknickten Vorhand" erfolgte.
Zudem unterliefen Schleppi, gerade in
der Endphase der Partie, auffallend
viele Fehler im ersten oder zweiten
Blockball auf die mit viel Drall
gespielten Spins Stynens. Am Ende wurde
es im 4. Satz zwar nochmals ganz knapp,
jedoch kam keiner der Zuschauer um die
Feststellung herum, dass dieser Sieg
durchaus verdient war.
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Alexander Fischer -
Andreas Gehm |
11:6,
11:6, 11:7 |
3:0 |
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Das zweite Viertelfinale dieses
Top20-Turniers war eine Neuauflage des
Halbfinals vom Vorjahr. Alexander
Fischer traf erneut auf Andreas Gehm,
und wenn dieser das Resultat von vor 12
Monaten noch im Kopf hatte, konnte er
mit dieser Auslosung alles andere als
zufrieden sein: Bei seiner insgesamt
vierten Top20-Teilnahme hatte Gehm in
insgesamt 21 gespielten Partien erst ein
einziges Mal ohne eigenen Satzgewinn
verloren - eben gegen jenen Alexander
Fischer. Und sehr schnell zeigte sich im
Spiel der beiden Klassespieler, dass die
Partie einen ähnlichen Verlauf wie die
des Vorjahres nehmen sollte. Alexander
Fischer lieferte vom ersten Ballwechsel
an eine imposante Leistung ab und
kontrollierte das Spielgeschehen zu
jedem Zeitpunkt.
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Besonders augenfällig war, wie wenig
anfällig sich der Weinheimer für die
Schnittbälle seines Gegners zeigte.
Keineswegs schlechte Abwehrbälle Gehms
zog Fischer über dem Tisch weg, als
seien diese nahezu schnittlos - und das
in einem Tempo, das ein weiteres
Abwehren dieser Angriffsbälle schier
unmöglich machte. Wer zuvor gesehen
hatte, wie sich ein Klassemann wie
Andreas Koch fünf Sätze lang -
wenngleich erfolgreich - abgemüht hatte,
um diese Abwehrbälle immer wieder aufs
Neue anzuziehen, der musste nun ob der
Leistung Fischers den Hut ziehen. Zwar
versuchte Gehm alles, variierte seine
Aufschläge und versuchte immer wieder,
aus der weiten Vorhand Fischers langsam
gespielte Topspins gegenzuziehen - doch
alles in allem fand er kein Rezept gegen
den ehemaligen Zweitligaspieler. Somit
zog der Titelverteidiger in die Runde
der letzten vier ein.
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Mirko Habel - Daniel
Pätzold |
11:13,
10:12, 11:8, 11:8, 11:5 |
3:2 |
Beim Duell von Daniel Pätzold und
Mirko Habel war es nicht leicht, einen
Favoriten auszumachen. Zum einen hatte
Mirko Habel in der Gruppenphase
schwankende Leistungen gezeigt, zum
anderen aber auch Pätzold im
entscheidenden Spiel gegen Schleppi
nicht sein wahres Leistungsvermögen
abgerufen. Letzteres sollte jedoch
beiden Akteuren während dieses
Viertelfinals gelingen, das sich zu
einem tollen Match entwickelte. In den
ersten zwei Sätzen wogten die Vorteile
hin und her, in der Verlängerung gab es
teils spektakuläre Bälle zu bestaunen,
so etwa beim Satzball zum 2:0, als
Pätzold mit der Rückhand einen bereits
in einem Wahnsinnstempo gezogenen
Vorhand-Topspin von Habel ansatzlos über
dem Tisch wegschoss.
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Habel ließ sich auch vom
0:2-Rückstand nicht beirren, sondern
kämpfte sich in das Spiel zurück. Aus
den zahlreichen Offensiv-Duellen, die
aus der Halbdistanz geführt wurden, ging
er nun immer öfter als Sieger hervor,
überzeugte aber auch beim Return durch
kluge und platzierte Rückspiele. Pätzold
stemmte sich gegen die drohende
Spielwende und punktete zwischendurch
immer wieder mit sehenswerten Bällen, so
beispielsweise einem tollen
Rückhand-Gegentopspin weit hinterm
Tisch. Doch nichts desto trotz spürte
man, dass Habel die Kontrolle über das
Spiel übernommen hatte. Im 5. Satz
stellte er erneut seine mentale Stärke
unter Beweis, ging früh in Führung und
zermürbte so sein Gegenüber. Am Ende
stand der Halbfinaleinzug Habels, den
jedoch auch Pätzold nach tollem Spiel
verdient gehabt hätte. |
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Andreas Koch -
Dennis Müller |
6:11,
5:11, 11:6, 9:11 |
1:3 |
Auch dieses Duell hatte das Limbacher
Top20-Turnier bereits gesehen. Vor zwei
Jahren waren Koch und Müller in der
Gruppenphase im letzten Spiel
aufeinander getroffen. Der 3:2-Sieg
Kochs verhinderte damals jedoch weder
dessen eigenes Ausscheiden als
Gruppendritter nach der Vorrunde, noch
den Gruppensieg Müllers. Nun kam es im
Viertelfinale zur Neuauflage des Duells,
das unter ganz anderen Vorzeichen
stattfand als die Partie vor zwei
Jahren: Müller kam in diesem Jahr als
Zweitligaspieler und nicht mehr als
Geheim-, sondern als einer der
Topfavoriten auf den Turniersieg ins
Saarland. Und zunächst schien es, als
sollte diese Partie eine recht
einseitige werden: Müllers aggressivem
Angriffsspiel hatte Koch anfangs wenig
entgegen zu setzen.
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Aus den Halbdistanz-Duellen, in die
Koch verwickelt wurde, ging Müller mit
seinen knallharten Gegentopspins zumeist
als Sieger hervor. Doch Andreas Koch
wäre nicht Andreas Koch, wenn er die
Sache damit auf sich hätte beruhen
lassen. Er kämpfte, feuerte sich an und
fand tatsächlich nochmals ins Spiel
zurück. Dank erhöhter eigener
Offensivtätigkeit sicherte er sich den
3. Satz, und nicht wenige Zuschauer
rechneten damit, dass die Partie jetzt
noch kippen könnte. Der 4. Satz verlief
ausgeglichen, und am Ende entschieden
wenige Punkte über den Halbfinaleinzug:
Dennis Müller siegte mit 11:9 und war
wohl froh, dass es nicht zum
Entscheidungssatz gekommen war. Mit
seiner starken Leistung, besonders im
Angriffsspiel, hatte er sich seinen
Einzug in die Vorschlussrunde jedoch
redlich verdient.
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