Vielleicht ist es nicht nachvollziehbar, warum
jemand aus Limbach zu Fuß nach Luxemburg geht. Aber wenn der Kirkeler Wald und der
Saarpfalzkreis zu klein sind, müssen entferntere Ziele anvisiert werden. Die kleine
Gruppe der Nordic Walking Extremisten des TV Limbach hat sich nach der letztjährigen
Umrundung des Niederwürzbacher
Weihers in einer Tagestour für dieses Jahr
etwas Extremeres ausgedacht.
Wie in der Ausschreibung in den Kirkeler
Nachrichten im Vorfeld bekannt gegeben,
waren die Übernachtungen im Wald, unter
Brücken oder in Scheunen geplant.
Auch forderte das Motto „ 4 Tage und 3 Nächte
ohne Alkohol, ohne Drogen und ohne Sex“ eine
gewisse sportliche und mentale Disziplin.
Diesen extremen Voraussetzungen stellten sich
dann vier Limbacher Extremisten, darunter
auch eine Extremistin.
Interesse hatten im Vorfeld viele bekundet, aber
unsicherer Wetterbericht, unklare Wegführung
durch insgesamt drei europäische Länder,
Allergien gegen Heu und Stroh und die
strengen im Motto festgelegten Regeln ließen die Gruppe schon vor dem Start schnell immer
kleiner werden.
Unterstützung fanden die 4 Limbacher dann
noch von einem Rentrischer Pilzesammler, der
sich auf der ersten Etappe recht gut auskannte
und nur diese mitmachen wollte.
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| Von rechts nach links: Birgit G-S.; Horst F.; Norbert D. Fritz B.; Elmar B. stieß erst in Kirkel zu der Gruppe |
So machten sich die 5 Extremsportler am Freitag vor Pfingsten nachmittags um 15 Uhr auf. Treffpunkt und Start war die Altstadter Seite der Bliesbrücke. Außer der Blies sollten dann auf jeder Tagesetappe ein Fluss überquert werden. So standen samstags die Saar, sonntags die Nied und montags die Mosel auf dem Plan. Boote und Schwimmsachen waren keine im Gepäck, so wurden zur Erleichterung jeweils Brücken genutzt. Über Kirkel, Rohrbach, Hassel und St.Ingbert ging es freitags noch bis nach Sengscheid, wo dann in der Gartenwirtschaft vom Gasthaus Fath schon die ersten Regelverstöße zu verbuchen waren. Man war sich dann schnell einig, dass Weizenbier als Energielieferant zugelassen sei. Jetzt kam die große Stunde von Pilzesammler Horst F., der die unbekannten Wege bei Hänsel und Gretel vorbei ins Ensheimer Tal
wusste. Hier tobt er sich bei seinen Marathon-Trainingsläufen immer aus, gestand er, als er die 4 Limbacher im Laufschritt den Berg hinauf abhängte. Immerhin waren schon die ersten fünf Stunden geschafft und das erste Etappenziel war nah. Nach einer kurzen Rast im Waldhaus, wo wieder Energie zugeführt wurde, war gegen 21:30 Uhr die Thalmühle erreicht. Die 1.Etappe von ca. 26 km war geschafft.
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| Thalmühle zwischen Ensheim und Bischmisheim |
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| Thalmühle zwischen Ensheim und Bischmisheim |
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| Güdingen Saar-Schleuse |
Birgit verzichtete, denn sie hatte sich beim
Frühstück reichlich mit Eiweiß als Energieträger
gestärkt.
Jetzt wurde die Landesgrenze nach Frankreich
überschritten, frühere Schmugglerpfade, die die
Zigarettenschmuggler angelegt hatten wurden
genutzt und über Alsting ging die erste
Bergetappe an diesem Tag auf die Spicherer
Höhe.
Hier wurde in der Gartenwirtschaft vom
„Gasthaus Woll“ wieder Energie aufgenommen.
Wie in Frankreich üblich würde ein Menue
gegessen, je 3 Gänge für 3 Extremisten.
Die zwei Pausen sollten sich an diesem Tage
rächen. Beim Aufbruch war
zwar die gleiche Uhrzeit wie beim Start tags zuvor, aber zwischenzeitlich waren schon ca. 15 km zurückgelegt und auch der 1. Tag steckte noch in den Extremistenknochen und Gelenken. Der Abstieg von der Spicherer Höhe über die Serpentinen der Autostraße war beschwerlich. Brütende Hitze und rasanter Autoverkehr. Nachdem die französische Autobahn unterquert war, ging es nach Stiring Wendel und dann durch den französischen Wald am Zentralfriedhof vorbei, hinauf nach Schoeneck. Ganz schöne Steigungen waren an diesem Tag zu überwinden. Von Schoeneck ging es dann nach Petit Rosselle durch den Wald und am Ortseingang aus Richtung Forbach kommend wieder zwei lange Kilometer einen strammen Anstieg hinauf zum Wasserturm. Die Wanderkarte war für die französischen Routen nicht so aufschlussreich und so musste nach dem Weg gefragt werden. Zum Glück waren die drei Limbacher der französischen Sprache mächtig.